Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1207521
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Peter Paul 
Rubens: 
Die Grabschrift 
Aulfalletidste hierbei ist die alte Widmungstafel, wie sie 
inmitten der barocken Zuthaten sonderbar über dem Altare 
angebracht ist. An welcher Stelle hat sich dieselbe ehedem 
befunden? Und wo ist der übrige Theil der ursprüng- 
lichen Grabschrift geblieben? 
Dies sind allerdings Fragen, die bei dem gegenwärtigen 
Stande der Dinge nicht beantwortet werden können. Ver- 
muthungen und Wahrscheinlichkeiten liessen sich freilich an- 
deuten, aber sie haben zu wenig thatsächlichen Halt und 
liessen sich leicht anfechten. Die Annahme einer durch Un- 
glück oder Gewalt herbeigeführten Zertrümmerung xlvürde 
wohl am nächsten liegen, doch auch hier lassen sich Bedenken 
erheben. Nur dies Eine scheint sicher zu sein, dass die Grab- 
schrift mit dem Widmungsztisatz sich ehedem nicht auf 
einer am Fussboden liegenden Steinplatte  eine solche mit 
den Wappen befand sich dort  sondern auf einem an der 
Wand aufgehängten Gedenkstück befunden habe. 
Hierfür spricht die Gewohnheit des sechszehnten und 
siebzehnten Jahrhunderts, die auf der liinrichtttng solcher 
Familiengrüfte beruht: in dem Gruftkeller stehen die Särge. 
oben in der Kapelle stehen oder hängen die Grabmäler, Ge- 
denkstücke und Grabschriften; es wäre unmöglich über 
jedem Sarge einen Grabstein mit Inschrift in den Fussboden 
zu legen. Hierfür spricht insbesondere auch das dem Andenken 
von Albrecht Rubens und dessen Gattin gesetzte Grabmal. 
Ferner deutet der von de Piles und Basan gebrauchte Ausdruck 
nepitaphe," im Sinne des siebzehnten Jahrhunderts aufgefasst, 
auf diese Form hin. Endlich aber hatte die Familie in dem 
mit der Jakobskirche unterm 14 März 164.2 abgeschlossenen, 
bereits erwähnten Vertrage, auf den wir weiter unten noch 
näher eingehen, das Recht erworben, in der Kapelle und an 
den nach dem Chorumgang stehenden Pfeilern „Epitaphien, 
Schildereien oder Bildwerke nach ihrem Belieben aufzustellen 
und aufzuhängenf") Man hatte also 1642 ausschliesslich die 
Absicht, Epitaphicn, also Grabmäler oder Gedenkstücke, an 
den Wänden oder Pfeilern der Kapelle aufzustellen oder auf- 
Verachter, Tombeau
        

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