Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1207463
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Peter Paul 
Rubens: 
ic Grabschrift. 
Geschichte dieses grossen Mannes zu geben und darin nur 
Thatsachen zu berichten, die wahr und seiner würdig sind." 
Basan hat diese Aufgabe mit grosser Sicherheit, wissenschaft- 
lichem Ernste und kritischer Gewandtheit, dabei aber zugleich 
mit einer warmen und vollen Hingabe an seinen Gegenstand 
gelöst. Und auch er theilt dieselbe Grabschrift mit wie 
de Piles, mit demselben Widmungszusatz und der Bemerkung, 
dass die "Wittwe und Kinder von Rubens ihm ein Grabmal 
errichten liessen, auf welchem man diese Grabschrift liest". 
Welchen Werth Basan auf diese Grabschrift legte, bezeugt 
die Stelle, wo er von den, Rubens in Spanien erwiesenen 
Ehren spricht, und wo er sagt: „Einige Schriftsteller haben 
behauptet, dass Philipp diesen Maler zum Kammerherrn ge- 
macht und ihm den goldnen Schlüssel gegeben habe; aber 
wir haben keinerlei Gewissheit über diese beiden Thatsachen, 
wenigstens werden sie in der Grabschrift, die wir weiter unten 
mittheilen werden, nicht erwähnt." 
Die Grabschrift wurde also von Basan für eine vollgültige 
Urkunde ersten Ranges angesehen, und dies setzt doch voraus, 
dass er eine wirkliche Kenntniss der Urkunde besass. Er muss 
die Grabschrift in Antwerpen Selbst gesehen oder Wenigstens 
von einem seiner Kunst- oder Geschäftsfreunde genaue Mit- 
theilungen über dieselbe erhalten haben; jedoch darf man das 
Erstere annehmen. Er sagt nämlich: „wenn man in den Dom 
von Antwerpen tritt und die berühmte Kreuzabnahrne betrachtet, 
so wird man sehen u. s.  und weiter: „wenn man von da 
seine Schritte zu den Dominikanern daselbst richtet und seine 
Augen zu dem Bilde des Christus erhebt u. s. w." Solche 
Wendungen pflegt ein gewissenhafter Schriftsteller nur zu 
gebrauchen, wenn er diese Erfahrung selbst an Ort und Stelle 
gemacht hat. Wäre Basan nicht dort gewesen, spräche er nur 
auf Grund von ihm vorliegenden Berichten und Kupferstichen, 
so hätte die unmittelbare Bezugnahme auf die Oertlichkeit 
nicht veranlasst sein können. Man muss also in Basan einen 
völlig zuständigen Zeugen anerkennen, der die Angaben bei 
de Piles über die Grabschrift durchaus bestätigt. 
Freilich ist Basan's Werk über Rubens erst 1767, also 
12 Jahre nach der Parysschen Unternehmung erschienen, aber
        

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