Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1207457
Die ursprüngliche Grabschrift. 
219 
Damina Iielena Formmtia vidua a: Liberi, 
Sacellum Im; Aramfuß a: T abulanz Dezfarae 
cultui cansezratam, Memoriae Rubenianae 
L. 111. pwzz" derlicarzyue cunzrunzi 
R. I. P. 
Es haben also die Wittwe und die Kinder von Rubens 
die Kapelle herrichten und nach de Piles Zeugniss daselbst 
eine Grabschrift setzen lassen. deren Text mit der von Parys 
1755 hergestellten im Wesentlichen übereinstimmt. Die erstere 
Thatsache ist durch die erhaltenen Urkunden und Verträge 
völlig erwiesen, auch die Marmortafel mit dem Widmungs- 
zusatz „Domina Helena Formentia etc." ist noch jetzt erhalten. 
Wir kommen hierauf zurück. Was aber das Zeugniss von 
de Piles betrifft. so ist dasselbe Angesichts der Entstehungs- 
geschichte der „Vie de Rubens" schlechterdings nicht zu ver- 
dächtigen, denn hinter de Piles stehen Philipp und Albrecht 
Rubens selbst. Und zum Mindesten sind doch diejenigen 
Nachrichten, welche Philipp Rubens aus eigener Erfahrung 
oder Anschauung mittheilen konnte, thatsächlich als richtig 
anzuerkennen. Dahin gehört der Bericht von der Grabschrift, 
welche „die Wittwe und die Kinder von Rubens hatten setzen 
lassen", und deren Text mitgetheilt wird. Hier liegen so klare 
und bestimmte Thatsachen vor, dass Zweifel und Bedenken 
ganz von selbst ausgeschlossen sind. 
Die Parys'sche Behauptung „a posteris huc usque 
neglectum" ist also thatsächlich unwahr. 
Ein weiteres Zeugniss findet sich bei Basan, der im dritten 
Bande seines „Dictionnaire des graveurs anciens et modernes" 
ein Verzeichniss der nach Rubens ausgeführten Stiche giebt, 
welchem er einen Lebensabriss des Meisters voranschickt. In 
der Vorrede spricht er sich über diesen Lebensabriss folgender- 
maassen aus: "Wenn die Natur dieses Werkes zwar nicht 
erforderte, dass ihm dieser Lebensabriss vorangestellt würde. 
S0 nöthigten uns lediglich die Ungenauigkeiten und Abge- 
SChmacktheiten, in welche die Mehrzahl der Verfasser von 
"Werken über ,das Leben der Maler" in Bezug auf Rubens 
verfallen sind, diese Gelegenheit zu ergreifen, um eine genauere
        

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