Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1207359
Rubensfeste im August 1877. 
Die Antwerpener 
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zwanzig verschiedenen geschlossenen Gesellschaften statt, als 
da sind Reifenspiel, Billardspiel, Angeln, Bogenschiessen und 
dergleichen mehr. Ich führe dies alles an, um zu zeigen, 
welches der eigentliche öffentliche Charakter dieser zehntägigen 
Rubens-Feste war, um zu zeigen, dass diese Feste im wesent- 
lichen eine vlämische Kirmess waren, die man unter Anlehnung 
an Rubens Namen ins Werk gesetzt hatte. Man wollte 
Hunderttausende von Menschen nach Antwerpen locken, sie 
da möglichst lange fesseln und unterhalten, und der Stadt die 
grossen Vortheile eines solchen Besuches zuwenden. Dies ist 
auch vollkommen geglückt. 
Die Rubens  Kirmess ist in glänzender Weise ver- 
laufenl)  Dank der geschickten NVendung der ganzen Sache, 
die Rubens zunächst nicht als den grossen weltgeschichtlicheti 
Künstler an sich, sondern als den weltberühmten Sohn Ant- 
werperfs hinstellen und feiern wollte. Dies zog vollständig. 
Antwerpen berauschte sich in diesem Gedanken. Jeder that 
das Seinige zur Verherrlichung des Festes, Jeder, bis herab zu 
dem Krämerweibe, das an seinen Karren, wo es papierne 
Fähnchen und Windlichter feil bot, schrieb: „Hulde aan 
Rubens." Die Zeitungen, Gelegenheitsschriften und Flugblätter 
gingen natürlich voran, und haben das Ihrige gethan, um den 
Leuten immer und immer wieder weiszumachen, dass Rubens 
in Antwerpen geboren sei. 
Ja, das „Journal des beaux arts" prahlte in seiner 
Nummer vom 15 September 1877 sogar, dass es selbst, durch 
den Genardlschen Aufsatz im Jahrgange 1875, „der Ausgangs- 
punkt der neuen Verhandlungen" zu Gunsten Antwerpeifs 
gewesen, dass ihm aber leider die Ehre dieses Vorgehens 
überall vorenthalten worden sei, - obwohl derselbe Genard, 
sche Aufsatz zur selben Zeit auch von der „Vlaamschen 
school" veröffentlicht worden war, und obwohl das „Journal" 
 Eine ausführliche Beschreibung der Rubensfeste mit Holz- 
Sßhnitten enthält die „V1aamsche school" 1877, S. 156 ff. 1878, 
S. 13 ff.  Vergl. auch das „Journ. d. b. arts" 1876, S. 17, 33 und 
181 und 1877, S. 19, 79, 133, 157 und 165, sowie Th. Gaedertz, 
Rubens und die Rubensfeier in Antwerpen. Leipzig 1878. 
Riegel I. 14.
        

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