Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1207343
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Peter 
Rubens: 
Der Geburtsort. 
und tüchtige Ausführungen zu denselben gibt. Namentlich 
sind die Mittheilungen über die letztwilligen Bestimmungen 
und den Nachlass von Peter Paul Rubens sehr wichtig und 
erheblich, doch nicht minder sind es auch die zur Geschichte 
der Eltern von Rubens gehörigen Nachrichten. Wie kommt 
ein so gediegener Gelehrter und so ernster Schriftsteller dazu, 
seinen Fleiss und seinen Namen an Unmögliches, an eine 
verlorene Sache zu setzen? Wie kommt Genard dazu, mit 
allem und jedem Mittel, wohl oder übel, der Welt beweisen 
zu wollen, dass Rubens in Antwerpen geboren sei? jetzt, wo 
mit zwingender Nothwendigkeit angenommen werden muss, 
dass er in Siegen_zur Welt gekommen ist! Wie kommt 
Genard dazu? So habe ich mich gefragt, und so haben sich 
Alle gefragt, die nicht blind sein wollten. Die Antwort lässt 
sich vielleicht aus folgenden Thatsachen entnehmen. 
In Antwerpen hatte man, wie bereits gesagt, sich ent- 
schlossen, den dreihundertsten Geburtstagivon Rubens, 
nicht in der Zeit der Wiederkehr desselben wie an andern 
Orten, sondern 7 bis 8 Wochen später, in der zweiten Hälfte 
des Augusts, und zwar in der grossartigsten Weise, zu feiern. 
Diese Verschiebung der Feier in eine Zeit, wo der Nieder- 
länder seit Jahrhunderten gewohnt ist, seine Kirmesse und 
Volksbelustigungen zu begehen, gibfAufschluss über die Ab- 
sichten, welche man mit der Einrichtung der „Rubens-Feste" 
im Stillen verband, und das unterm I7 Juli von der Stadt- 
obrigkeit erlassene Programm dieser Feste, welches ganz und 
gar der seit Jahrhunderten in Flandern und Brabant üblichen 
Anordnung öffentlicher Feste folgt, bestätigt jene Absichten. 
Während zehn Tagen wechselten danach Fackelzüge und 
Wettsingen, Musikaufzüge und Wettschiessen, öffentliche Kon- 
zerte und Ruderwettfahrten, Fastnachtszüge und Volksspiele, 
Festessen und Nachtfeste, Pferderennen und Segelwettfahrten, 
Volksbälle und Luftschifffahrten, Musikaufführtingen und 
Theaterstücke und wer weiss was sonst noch alles ab; und 
daneben waren Ausstellungen Veranstaltet von Maschinen und 
Erzeugnissen der Landwirthschafit, von Erzeugnissen und Ge- 
räthen der Gartenkunst und Obstzucht, von Tauben, Pferden 
und Zuchtvieh; es fanden allerlei Belustigungen in achtund-
        

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