Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1207273
Berichtigung und Aufklärung. 
201 
Wenden zu können  zu können (pouuoir), wie sie ausdrück- 
lich sagt. Das bezeichnete unverhoffte Mittel allein machte es 
ihr möglich, bei Wilhelm bittstellern zu können, in der Hoff- 
nung nicht rundweg abgewiesen zu werden. Bisher wusste 
sie, dass sie abgewiesen werden Würde, und konnte also nicht 
bitten, jetzt hatte sie Hoffnung, und also konnte sie bittstellern. 
Dass dies bereits geschehen, sagt sie nicht, sondern sie wendet 
sich zuerst an den Grafen Johann, und bittet zunächst ihn, 
indem sie ihm jenen Gedanken eröffnet, um Gnade; denn er 
hatte Jan Rubens, seinen Gefangenen, in seiner Macht, und er 
zuerst musste geneigt sein, ihn ziehen zu lassen, ehe Wilhelm 
erlauben konnte, dass er irgendwo in den Niederlanden sich 
aufhalten durfte. Ja, sie sagt sogar, nachdem sie ihre Bitte 
im Einzelnen genau ausgeführt hat: „Um dies rufen wir herz- 
lichst Ihr Mitleid an, und wir bitten dernüthigst, dass es Ihnen 
gefalle, Mitleid mit uns zu haben und zugleich, wenn die 
Gelegenheit kommt, für uns auch bei dem Fürsten ein gutes 
YVort einzulegen etc." (    et quant et quant, quand il viendra 
ä propos, nous fauoriser aussi enuers Monsieur le Prince etc.). 
Es kann aus dem Briefe selbst nicht ersehen werden, ob sie ein 
Gesuch bei Wilhelm von Oranien am 14 Juni "1577 schon ange- 
bracht hatte, oder ob sie es erst noch thun würde, dann näm- 
lich, wenn der Graf Johann sich ihrer Bitte günstig gezeigt 
haben würde. Dieses muss also dahingestellt bleiben, jedoch 
erscheint es mehr als wahrscheinlich, dass sie es nicht gethan 
hatte, da sie und ihre Mutter, die gleichzeitig mit einer Eingabe 
das Gesuch der Tochter unterstützt hattel), Alles von der 
Gnade des Grafen Johann erhofften, und da die Urschriften 
beider Eingaben sich im Haag befinden, was beweisst, dass sie 
an Wilhelm von Oranien zur Einsicht und Entschliessung 
geschickt worden waren. Man müsste danach sogar annehmen, 
dass ein unmittelbares Gesuch an Wilhelm überhaupt garnicht 
beabsichtigt gewesen ist. 
Diese Annahme wird sehr gestützt durch einen Brief, den 
Genard nachträglich aufgefunden und veröffentlicht, den er 
Jedoch leider auch wieder in der gewaltsamsten Weise aus- 
m 
Les 
Bakhuizen, 
Rubens. 
42x3.
        

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