Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1207144
188 
Peter Pm 
Rubens: Der Geburtsort. 
grosse Maler zu Siegen geboren seil") Aber er giebt zu, dass 
jene alten Ueberlieferungen unsicher seien, er stimmt den von 
Ennen ausgesprochenen Zweifeln bei und sagt schliesslich: 
„Ich muss mit Ennen bekennen, dass der Tag der Geburt 
von P. P. Rubens mir noch sehr ungewiss zu sein scheint." 
Aber wie sind denn die von Ennen ausgesprochenen Zweifel 
beschaffen? Ennen sagt: „Florent Le Comte giebt den 27 Juni, 
Moreri den 28 und Michel den 29 an. Nimmt man dagegen 
die von Gevaerts verfasste Grabschrift zu Rathe, so kann die 
Gebttrt gemäss den hierin angegebenen Daten nicht nach dem 
Mai gefallen seinFW) Diese Sache bedarf der Aufklärung. 
Florent Le Comte, Morery und Michel, auf die sich 
Ennen beruft, sind alle drei keine Quellenwerke, ja Ennen 
irrt sogar, indem er sagt, dass Florent Le Comte den 27 Juni 
angebe. Florent Le Comte sagt: „Rubens wurde zu Köln 1577 
geboren," sonst nichts. Wir haben das hier weiter noch zu 
Sagende bereits oben erörtert, und beziehen uns darauf. Die 
alte kunstgeschichtliche Ueberlieferttng lautet dahin, dass Ru- 
bens am 28 Juni geboren worden ist, und es liegt kein Grund 
vor, hiervon abzuweichen. Denn die Grabschrift, auf die sich 
Ennen noch beruft, hat gar keine Beweiskraft, in dem von ihm 
gemeinten Sinne. 
Wie weiter oben bereits bemerkt, meldet diese Grabschrift, 
dass P." P. Rubens am 30 Mai 1640 im Alter von 64 Jahren 
gestorben sei. Danach wäre er, um den 30 Mai des Jahres 
1576  nicht 77, wie Ennen fälschlich anzunehmen scheint,  
geboren. Dies ist auffällig genug, und A. Michiels bemerkt 
denn auch mit Recht: „es sei wunderlich, dass Gevaerts sich 
über das Alter des Verstorbenen, als er dessen Grabschrift 
verfasste, getäuscht habeTS) Der Grabstein, welcher diese In- 
schrift enthält, ist aber erst im Jahre 1755 durch den Domherrn 
der Jakobskirche, Jan Baptist Jakob van Pa rys gesetzt worden. 
Die alte, von der Wittwe und den Kindern dem Attdetiken 
1) Bakhuizen, Les Rubens. S. XX. 
2) Ennerüs erste Schrift. S, 22. 
3) Hist. de la peint. Ham. VII. S. 
Anvers. 4. Aufl. S. 364. 
240 
und 
Rubens 
et Päcole
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.