Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1206970
Die Fami 
ienlüberlieferung. 
Baldinucci. 
also den lrrthum, dass Antwerpen der Geburtsort sei, zer- 
streuen, da derselbe früher oder später nothwendig ans Licht 
kommen musste, sobald man nur auf die Geschichte von 
Rubens Eltern etwas näher einging. Sie gab Köln als diesen 
Geburtsort an, wozu sie sich aus Gründen und Anlässen be- 
stimmt sah, die wir hier später noch erörtern werden. Indem 
sie so die herkömmliche Angabe über den Geburtsort berichtigte, 
aber die herkömmliche Angabe über den Geburtstag nicht 
berührte, erkannte sie stillschweigend den 28 Juni als den 
richtigen Tag an. Nach der Familienüberlieferung ist also 
Peter Paul Rubens zu Köln, und zwar, in Uebereinstimmung 
mit den seitherigen Nachrichten, am 2:8 Juni 1577 geboren 
worden. 
 Man kann oder muss wohl aus der Thatsache, die in den 
einleitenden Bemerkungen zu der Uebersetzung der de Piles" 
schen „Vie de Rubens" nachgewiesen werden wird, dass näm- 
lich schon Bellori Nachrichten aus dem Rubenslchen Familien- 
kreise geschöpft hatte, aber dennoch Antwerpen als Geburts- 
ort angab, den Schluss ziehen, dass die Nachkommen des 
Meisters selbst erst zwischen 1672 und 1676 zu der Einsicht 
gelangt waren, dass die herkömmliche Angabe, Antwerpen 
sei der Geburtsort, falsch sei, dass vielmehr Rubens, wie sie 
nunmehr erklärten, zu Köln geboren worden sei. 
Diese neuen, beziehentlich bestätigten Nachrichten wurden 
von nun an die herrschenden in der Literatur. 
Baldinucci, dessen Werk seit dem Jahre 1681 erschien, 
Sagt: „ebbe i suoi natali d"una molto onorata famiglia il di 
23 Giugno 1577 nella cittä di C'ol0nia etc." 1) Er setzt auch 
hinzu, dass das Geburtshaus von Rubens den Fremden gezeigt 
werde, und dass derselbe in der Peterskirche getauft sei, was 
111m durch Andere „auf Grund eines Zeugnisses des Küsters 
dlfiser Kirche" überliefert und beglaubigt sei, so dass er diese 
WIChIIge Thatsache, durch welche die Ansprüche von Ant- 
Xfifälßn ein für allemahbeseitigt würden, nicht unterdrücken 
ur e. 
1) Notizie dei professori 
Decenn. X. del secol. IV. 
del 
disegno 
di 
Cirnabue 
in 
qlla 
EIC.
        

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