Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1206705
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Scl 
Zur Geschichte der 
nütter- 
nd Regentenstücke. 
Selbstgefühl hier überall im Spiele war, zinfangs ohne Zweifel 
ein unbefangenes, zuletzt sicherlich ein bewusstes Selbstgefühl. 
Dieser Zug erklärt es, wie leicht die Sitte der Schützenvereine 
auch bei anderen Körperschaften, Gilden und Gesellschaften 
Nachahmung Hndenffund wie sie endlich ganz und gar in den 
Dienst kleinlicher Eitelkeit treten konnte. Diese Nachahmung 
ist es, welche die 
Regentenstücke 
ins Leben gerufen hat. 
Den Vortritt hierbei hat die Gilde der Aerzte. 
Der neue Aufschwung, den die anatomische Wissenschaft 
gegen die Mitte des sechszehnten Jahrhunderts genommen 
hatte, und die grosse Bedeutung, welche die hierdurch ge- 
hobene Wundarztenkunst später in den vielen Kriegen erlangte, 
führten zu ständigen Einrichtungen, wo ältere und jüngere 
Aerzte, NYundärzte und Gehülfen durch Zerlegung des Leich- 
names über den Bau des menschlichen Körpers tinterrichtet 
wurden. Bleyswijclt hebt ausdrücklich hervor, dass „bei dem 
Kriege nichts nöthiger sei als die Schule der Heilkunst, der 
auf unzählige Weise und durch alle erdenklichen Mittel viel 
Werk bereitet wird") S0 blühten die anatomischen An- 
stalten, welche in Holland, namentlich zu Amsterdam, Ley- 
den und Delft errichtet wurden, schnell auf, und es muss sich 
ihrer ein ähnliches Gefühl nationalen Stolzes bemächtigt haben, 
wie der Schutzengilden, denn auch sie erwarben sich ja, wenn 
auch nur mittelbar, um die Befreiung ihres Landes wichtige 
und edle Verdienste. S0 sehen wir sie auch dem Vorbilde 
der Schützenduhlen, in deren Beziehung zur Kunst, folgen. 
Diese anatomischen Anstalten hatten zünftige Einrich- 
tungen. An ihrer Spitze stand ein Professor und einige 
Aerzte als Gehülfen desselben, welche, wie iZeesen sagt, „dic 
Wundärzte in der Heilkunst" und „die Lehrlinge der Ent- 
gliederkuitst durch etliche Stunden und Tage unterwiesen") 
Die Anordnung der Gebäude entsprach im wesentlichen unsern 
S. 572. 
S. x01 
Beschrijv. d. stadt Delft etc. 
Beschreib. v. Amsterdam etc. 
324-
        

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