Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1206584
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durch die Tafelei und Esserei allzu gattttttgsltaft geworden; 
einer der Schützen schneide gerade eine Pastete an, ein Diener 
setze einen Teller hin oder schenke Wein ein, eine Aufwärterin 
bringe einen Puterbrateti, und der dicke Fähndrich Jakob 
Banning mit seiner Fahne sitze da in der Mitte eigentlich so 
recht zur Schau, um sich bewundern zu lassen: auch er hat 
Recht. Der ernste historische Zug, der die älteren Schutterstttcke 
und Einzelbildnisse adelt. ist hier nicht mehr vorhanden. Aber 
dieser Mangel ist nicht die Schuld des Malers, sondern er be- 
zeichnet eine Veränderung im Geiste des Schützenwesens, ja 
der Nation selbst. Doch hierauf komme ich später zurück. 
Erwägt man aber diese Thatsache, so wird man der Helsfschen 
"Schuttersmaaltijtl" leicht gerecht werden, und dieselbe immer- 
hin als eine ganz ausserordentliche Leistung bewundern dürfen. 
Was Einzelne in Bezug auf die malerischen Eigenschaften des 
Bildes tadeln, lässt man besser auf sich beruhen, da Auf- 
stellung und Beleuchtung zur Zeit noch immer derartig sind, 
dass sie in jenem Betrachte ein sicheres und wohl zu begrün- 
dendes Urtheil verbieten. 
Wenn die Schützenmaltlzeiten auf diese Weise ihr Ende 
erreichten, so liegttauch die Frage nach der weiteren Ent- 
Wicklung und dem Ausgange der einfachen Schtitterstüclte, 
also der blossen Versammlung von Schützen nahe. 
Frans Hals machte zuerst mit dem schon genannten 
Gemälde von 1633 den Versuch, der Anordnung der Darge- 
stellten gewisse innere Beziehungen zu Grunde zu legen, aber 
dieser Versuch blieb bei ihm vereinzelt. Wir sehen ihn in 
dem Schützenstücke vom Jahre 1637, welches im Rathhause 
zu Amsterdam sich befindet (N0. 36), und ganz besonders in 
dem grossen Haarlemer Stücke von 1639 (N0. 58), wo er neun- 
zehn Personen abzubilden hatte, eine Anordnung Wählen, 
welche alles inneren und gemeinsamen Haltes entbehrt. Sie 
entspricht derjenigen, welche man heutzutage häufig auf Pho- 
tographien von Studenten und Soldaten sieht: ein einfaches 
Neben- und Hintereinander, wie es die wirkliche Aufstellung 
von zwanzig oder dreissig Menschen ergibt. In zwei offenen 
Gliedern stehen die Haarlemer Schützen von 1639 da, so dass 
die Hintermänner gehörig sichtbar sind, und hinter der Hälfte
        

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