Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1206563
Zur Geschichte der Schütter 
und Regentenstücke. 
des Amsterdamer Museums früher sagte, „na het sluiten van 
den Munstefschen vrede" stattgefunden hat. Aber ist sie denn 
nun wenigstens zur Feier dieses Friedens veranstaltet worden, 
wie der neue Katalog zu meinen scheint? So weit ich sehen 
und urtheilen kann, fehlt es auch hierfür an bündigen Beweis- 
mitteln. 
Ein Amsterdamer Katalog vorn Anfang des Jahrhunderts, 
aus welchem Fiorillo die bezügliche Stelle mittheilt, scheint 
überhaupt diese ganze Attffttssung erst aufgebracht zu haben. l) 
Die Stelle lautet auf Hochdeutsch: „Das Stück stellt die 
Schützenmahlzeit bei Gelegenheit des Friedensschlusses von 
Münster im Jahre 164.8 dar, wovon der Vers des Dichters Jan 
Voss, der hinter die Trommel gesteckt ist, dieErklärung giebt." 
Nun, dieser Vers hat folgenden Inhalt: 
„Be11onen ekelt es vor Blut, ja Mars verßucht das Dröhnen 
Des schwangeren Metalls, das Schwert beminnt die Scheide, 
D'rum bieft der tapfere NVits dem edelen van Wavcrcn, 
Zu ewigem Verbund, das Horn des Friedens darf 
Da steht aber kein Wort vom Münstefchen Frieden, nur 
eine Sehnsucht nach Frieden  das Schwert verlangt wieder 
in der Scheide zu ruhen!  spricht sich aus. Auch wusste 
Jan van Dyck, der kurz zuvor diese Verse ebenfalls las und 
mittheilte, von einer solchen Auffassung derselben nichts. 
Wenn ich die Sache nicht gänzlich falsch verstehe, möchte 
ich meinen, dass bei dem Mahle, welches am 18. Juni 1648 
die St. Georgsgilde in Amsterdam, aus Anlass ihres jährlichen 
Festschiessens abhielt, der SChÜIZCIIhEILIPIIUEIIIII Wits das grosse 
Trinkhorn der Gilde,  das er auch auf dem Bilde in der 
Hand hält und das noch jetzt auf dem Rathhattse aufbewahrt 
wird,  ergriffen und dem Leutnant van Waveren dargereicht 
habe, als sinnbildliches Zeichen und Pfand des ferneren ein- 
trachtigen Verbandes der Schützen auch in den nun beginnen- 
den Friedenszeiten. In diesem Sinne jedenfalls ist das Trink- 
horn mit einem Oelzweig umwunden worden, und Jan Voss 
III. 
1) Geschichte der zeichn. 
S. 146 {Hannover 1818). 
Künste 
Deutschland 
Niede:
        

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