Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1206514
Niierevelt in Delfr. 
van Ravesteyn 
m Haag 
125 
Janszen Mierevelt, Welche dort im Rathhause hängenl), 
und von denen eines mit der Jahreszahl 1611 bezeichnet ist, 
nicht auf der Höhe der Kunst dieses Meisters, wenigstens 
nicht in ihrem jetzigen Zustande. Eines derselben ist sogar 
sehr stark ausgebessert und es wird dies jenes Bild sein, 
welches beim Auffliegen des Pulverthurmes zu Delft im 
Jahre 1654 in Stücke gerissen und danach von Jakob Delff 
wieder geflickt wurde. Y) Immerhin aber durften doch hierher 
gehörige Werke eines so hervorragenden Künstlers, wie 
Michiel Mierevelt, nicht unerwähnt bleiben. Bei dem Stücke 
von 1611 sind die zwei Reihen Schützen hinter einem Tische 
angeordnet, an dem rechts im Vordergrunde noch einige 
Figuren, als eine dritte Reihe sich befinden; trotz dieses 
Tischchens wird man kaum das Gemälde unter die Schützen- 
mahlzeiten rechnen können. 
Ungleich glücklicher ist man in Bezug auf Jan van Ra- 
Yesteyn gestellt, der im Haag, der Nachbarstadt Delffs, 
wirkte. Im Rathhaus und im städtischen Museum des Haag 
Sieht man die herrlichen Schütterstücke, die er in den Jahren 
1616 und 1618 gemalt hat (N0. 13 und 18), und die in Verbindung 
mit einigen daselbst befindlichen späteren Werken diesen 
Meister erst in seiner ganzen Bedeutung erkennen lassen. 
Wie hat er sie da auf die Leinwand hingezaubert, diese alten 
Haagschen Schützen! Charaktervolle, ernste Männer waren 
Sie, und in wundervoll charakteristischer Sicherheit, in über- 
raschender Lebenswahrheit hat der Maler sie uns vorgestellt. 
111 "dieser lebensvollen, sicheren Wiedergabe dieser Persönlich- 
keiten, die man als Vertreter eines Stückes der niederländischen 
Geschichte ansehen darf, liegt eben ein grosser historischer 
Zllg der holländischen Malerei. Aber ihre natürliche Hin- 
"Clgllrlg zum Gattungshaften verläugnet diese Malerei auch in 
den Meisterwerken Ravesteyifs nicht, denn der Gedanke und 
1) Mit den Schütterstücken im Rathhause zu Delft ist die Sache 
zum Theil sehr fragwürdig, da Niemand dort genügend Bescheid 
weiss, die Bilder keinerlei Namenangaben tragen und meist recht 
schlecht hängen. 
2) D. van Bleyswijck, Beschr. d. stadt Delft. S. 566.
        

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