Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1206498
Schi 
lzeitcn: 
123" 
widerspiegeln und einen Theil von dem Geiste jener grossen 
Zeit lebensfrisch selbst athmen, dazu auch einige Werke mit 
umfassen, welche an und für sich die reifsten und schönsten 
Früchte dieser ganzen Schule sind. Ueber 200 grosse Schütter- 
stucke oder diesen eng verwandte Malereien sind gegenwärtig 
an öffentlichen Orten aufgestellt; man kann also den Zusam- 
menhang und die Verschiedenheiten, die räumliche und zeit- 
liche Gruppirttng derselben übersehen. Die Ergebnisse dieser 
Uebersicht dürften sich, was die weitere Entwickelung dieser 
Gattung von Kunstwerken betrifft, wie folgt zusammenfassen 
lassen. 
Die Schützenmaltlzeiten bleiben fast ganz ausschliess- 
lich eine Haarlemer Mode. Seit dem Stück des Cornelius 
von Haarlem aus dem Jahre 1583 herrschte diese Mode fast 
ausnahmelos bis gegen 1630, wo sie wie mit einemmal attfge- 
geben und nur ausnahmsweise noch befolgt wird. Vom Jahre 
1610 ist noch ein zweites Bild der itätnliclteit Art, wie das 
bereits erwähnte, von Frans Pieterszen Grebber, eben- 
falls im Museum zu Haarlem, (N0. 47) vorhanden. 
Aber nun trat Frans Hals auf und tiberfltigelte durch 
seine Leistungen alles bisher Erreichte?) Sein erstes NVerk 
dieser Art stammt aus dem Jahre 1616 und stellt eine Mahlzeit 
von zehn Offizieren der Sankt-Georgs-Gilde dar (N0. 54). Das 
iSI ganz eine Freudentafel zur Feier eines frohen Tages, ganz 
im Alltäglichen und Gewöhnlichen gehalten, mit Ausnahme- 
dfir reicher aufgetragenen Speisen und der besseren Kleider, 
der Feldbinden und Fahnen, die das Festliche andeuten. Ein 
Gattungsbild im grössesten Massstabe! Aber vorgetragen mit 
aller Meisterschaft der Kunst, in charakteristischer Treue und 
geistvoller Behandlung. Noch jetzt versetzt es uns mitten in 
den Kreis dieser Männer hinein, und wenn wir sie da auch 
nflr beim Essen sehen, so wissen wir doch, dass sie die Feld- 
bmlien nicht zum Spass tragen, dass sie ihrer Fahne mit 
L 
 In Bezug auf die hier zu besprechenden Gemälde von 
Frans Hals vergl. das Werk: „Radirungcn nach Frans Hals 
Von XV. Unger, mit Text von (I. Vosmaer." Leyden 1873.
        

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