Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1206479
ützenmahlzeiten. 
ius v0: 
Haar 
lem u. 
121 
ein gemeinschaftlicher Kampf aus der Belagerung, nicht eine 
gemeinschaftliche Uebung im Schiessen wurde gewählt; die 
behagliche und fröhliche Vereinigung bei Tische nach been- 
detem Schiessen war der beliebte Augenblick. Da wurde von 
alten Leiden und neuen Freuden gesprochen, da wurde über 
das eben geschlossene YValfenspiel geredet und guter Muth 
für die Zukunft gefasst, da freute man sich aus Herzens- 
grunde der gegenseitigen Nähe und des allgemeinen Beisam- 
mensems. 
So etwa fasste Cornelius von Haarlem die Sache auf, 
und er führte sein Bild mit grosser Tüchtigkeit aus, indem er 
aus der Macht der lebensvollen Wirklichkeit frische Kraft ge- 
wann und seine italianisirende Manierirtheit zu Hause liess. 
Schon Karel van Mander rühmt das Werk nachdrücklich, 
besonders die lebendige Auffassung und Haltung jeder einzelnen 
Figur und die ausnehmende Durchführung aller Einzeln- 
heitenß) 
Diese Schützenmahlzeiten wurden nun in Haarlem 
für mehrere Jahrzehnte ausschliesslich Mode. Der letzte Ver- 
such, eine Schützenvereinigutig ohne Mahlzeit darzustellen, 
dürfte in dem mit der Jahreszahl 1594. bezeichneten Bilde von 
unbekannter Hand im Museum daselbst (N0. 177) zu erkennen 
Sein. Den Haarlemer Schützen gefiel es zu gut, sich bei 
fröhlicher Tafel malen zu lassen, und dabei blieben sie etwa 
40 Jahre lang. Von Cornelius von Haarlem selbst besitzt 
das Museum dieser Stadt noch eine solche Schützenmahlzeit 
Vom Jahre 15oo (N0. 26), welche die Ofliziere der alten 
Duhle nach glücklich beendigtem Papageien-Schiessen darstellt. 
Auch hier tritt die Mahlzeit als solche ganz zurück; die 
äfhützen stehen oder sitzen an der Tafel, aber speisen nicht; 
mffr schneidet jedoch vor und ein Anderer hält C111 Glas 
Wem in der Hand. Auch eine „Mahlzeit von Offizieren und 
Uflferoffiziereiu der Schützerei" aus dem Jahre 1600 von F ranz 
Plelerszen Grebber, ebenfalls im Museum zu Haarlem 
(N0. 46), führe ich hier gleich E111. 
Inzwischen war man an andern Orten im allgemeinen der 
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Schilderboek 
Her 
GIC. 
Ausg. 
1617 
206.
        

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