Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1206443
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xr Geschichte der Scl 
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icke. 
der Schützen, die Schütterstücke, folgen. Entweder sind es 
nämlich einfache Vereinigungen, meist ziemlich äusser- 
lfche Zusammenstellungen einer gewissen Anzahl von Schützen 
oder es sind Versammlungen derselben bei fröhlicher 
Tafel. 
Von beiden Arten sind uns alte Denkmäler auf dem 
Rathhause zu Amsterdam erhalten. 1) Ein mit einem, auf grün- 
weissem Schilde stehenden Ä und der Jahreszahl 153i be- 
zeichnetes Bild zeigt in einer Reihe siebzehn, in eiserne Har- 
nische gekleidete Männer hinter einer Brüstung und vor einem 
landschaftlichen Hintergrunde (N0. 133). Und das andere Bild, 
aus dem Jahre 1533 von Cornelis Anthonissen (N0. I), ist 
unter dem Namen der „Braspenningsmaltijd" bekannt"). 
Vorn im Bilde ist der Tisch, auf dem in einer Schüssel zwei 
gebratene Vögel stehen; über dem Tisch, in zwei Reihen, sind 
gleichfalls siebzehn Schütters angeordnet, die gleichmässig halb 
roth, halb grüne Röcke tragen. Wie man zugeben muss, ist 
die Mahlzeit nicht Zweck der hier dargestellten Gesellschaft, 
sondern nur Anlass des Zusammenseins, in welchem die Dar- 
1) Die im Rathhatise zu Amsterdam befindlichen zahlreichen 
Stücke kann man, mit nur wenigen Ausnahmen, nicht sehen und 
beurtheilen, theils weil das Licht zu schwach ist und von unten 
kommt, theils weil sie in Kanzleien hängen, die während der 
Dienststunden, also der hellen Tagesstunclen überhaupt, nicht zu- 
gänglich sind. Hierüber ist schon, namentlich in Amsterdam selbst, 
viel geklagt worden, doch ist eine Besserung erst zu erwarten, 
wenn, wie man hofft, diese .KLIDSINW'Cl'l{6 in das neue Museum 
übergeführt sein werden. Inzwischen ist es ein Glück, dass 
wenigstens Scheltemzüs ,.Historische Beschrijtiing der 
schilderijen van het Raadhtiis te Amsterdam, 1879." vorliegt, 
die, wenn auch scharf getadelt (Nederl. Kunstbode. 1879. S. 5;, 
Anm. 2), doch unter den geschilderten Umständen, sehr will- 
kommen ist.  
 Hochdeutsch Prasspfenningsrnahlzeit, ohne Zweifel in spötti- 
schem Sinne zu nehmen, da man mit Braspenning, der eine alte 
Münze im KVerthe von G); Cents war, den Preis der Soldatenmahl- 
zeiten bezeichnete. Vergl. z. B. Corn. Kilianus Dufflaetis, l)icti0n. 
teutonico-latinum.
        

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