Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1206351
lützenwesen. 
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des Festes bildete das Vogelschiessetl, dessen Ursprung in 
das klassische oder gar in das höchste Alterthum verlegt wird. 
Wenigstens iindet man beim Vergil schon die Beschreibung 
eines solchen Schiessens, doch war dabei der Vogel eine 
lebendige Taube, die an die Spitze eines Schiffsmastes gebunden 
war.  Im Mittelalter kam dafür das Bild eines Papageien auf, 
das wieder dem heute wohl allgemein angewendeten Adler 
hat weichen müssen. WVer das letzte Stück des Papageien 
herabschoss, war der Schützenkönig. Aufzüge und Schmäuse 
waren hergebrachte Sitte. Die laufende Verwaltung der Ge- 
sellschaft wurde durch gewählte Beamte geführt. 
Diese wesentlichen Grundzüge der Schützerei waren auch 
den niederländischen Gilden eigen, und auch darin setzte sich 
die enge Verwandtschaft fort, dass nach der Reformation die 
Verbände in protestantischen Orten die aus dem Mittelalter 
überkommenen kirchlichen Beziehungen abstreiften, während 
die in den katholischen Städten dieselben beibehielten und 
Später sogar enger knüpften?) Dieser Unterschied bedingte 
auch einen scharfen Unterschied derjenigen Kunstwerke, 
Welche aus Anlass der Schützerei in den protestantischen und 
den katholischen Niederlanden entstanden. 
Nach diesen allgemeinen Bemerkungen wollen wir ver- 
suchen, die tiiederländischen Schützenverbände, ihre 
Einrichtungen und Eigenthürnliclukeiteti zu zeichnenäi) 
Man unterscheidet im sechszehnten und siebzehnten Jahr- 
hundert drei besondere Zünfte oder Gilden unter den Schützen 
in Niederland, je nach ihren Waffen: die Einen schossen mit 
1) Aen. V. v. 485 PR, namentlich auch 515[8. 
2) Vergl. z. B. die Satzungen der Schützen in der Grafschaft 
DYCk, bei Fahne S. 113. Zuletzt wurden bei den Aufzügen, statt 
der Fahnen, Trommeln und Waffen, die Rosenkränze eingeführt. 
3) Wir folgen dabei D. van Bleyswijk, Beschrijvinge der stad 
Delft etc. Delft 1667  S. Ampzing, Beschryv. ende lof der stad 
Haerlem etc. Haerlem 1628.  F. von Zesen, Beschrcih. von 
Amsterdam u. s. w. Amsterdam 1664.  Jan Wagenaar, Amsterdam 
en Zyne opkomst etc. 4. Bde. Amsterdam 1760 FF. und einigen 
andern Quellemverken. 
        

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