Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1205002
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1206183
92 
Nut: 
Zur 
und Geschichte der 
ländiscl 
1en Kunst. 
Nicht wenige von diesen Meistern der zur Vollendung 
gelangten Landschafts- und Seemalerei gingen, in der Absicht 
ihrem Werke die höchste koloristische Vollkommenheit zu ver- 
leihen, darauf aus, alle ihre Farbentöne in Haltung zu setzen 
zu einem Grundton, auf dem die Stimmung beruht,  ähnlich 
wie es im sechszehnten und schon im fünfzehnten Jahrhundert 
die venezianischen Maler gethan haben.  Die hauptsächlichsten 
dieser Grundtöne sind braun, grün, golden und silbern. Den 
braunen Grundton liebte, wie schon bemerkt, Poelenburg 
und seine Nachfolger, den grünen findet man bei Ruisdael 
und seiner Schule ausgebildet, der Goldton kommt in Rem- 
brandts Landschaften und dann bei Both und vielen Andern 
sehr glücklich angewendet vor. Den Silberton aber mag wohl 
Niemand glücklicher beherrscht haben, als es Wouwermann 
that, wie namentlich einige seiner Meisterwerke in Dresden 
darthun; doch wendete er ebenfalls [mit Erfolg den Goldton an. 
Eines Künstlers muss ich hier noch gedenken, der mit. 
seiner heimathlichen Weide- und Waldlandschaft eng zusam- 
menhängt, Paul Potter, der nur 29 Jahre erreichte, aber 
kraft seines ausserordentlichen Talentes Grosses leistete. Seine 
Hauptstärke zeigt sich bekanntlich in den W eidestticken, wo 
er Rinder undandere Thiere mit Hirten und Hunden in ihrer 
landschaftlichen Umgebung dargestellt hat. Dabei liegt das 
künstlerische Schwergewicht fast immer auf den Thieren, be- 
sonders den Rindern, während die Landschaft als solche 
zurücktritt und die menschlichen Figuren in Auffassung. Zeich- 
nung und Ausdruck oft nur mangelhaft und bisweilen sogar 
recht missgestaltet sind. Als Beispiele in letzterer Hinsicht 
führe ich das Münchener Bild von 1640 (N0. 1103) mit den 
unförmig grossen Köpfen und dem lächerlich ungestalteten 
Kinderkopfe an, sowie auch das „Weidebild" im Buckingham- 
Palaste zu London (N0. 14) und das kleine Stück von 1053 in 
der Arembergschen Sammlung zu Brüssel (N0. 50). 
Die berühmtesten seiner Werke dürften die zu Kassel, 
Petersburg, im Buckingham-Palast zu London und im Haag 
sein. Verweilen wir einen Augenblick bei dem letzteren, 
des Verfassers 
Vergl. 
"Italienische 
Blätter". 
8011.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.