Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407849
STATUEN FÜR DIE NISCHEN etc. 
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sind im Vergleich zu den früheren Giovanni's gut gearbeitet, 
halten aber keinen Vergleich mit denen 130118161103 aüS- Der 
bartlose, jugendliche Kopf nlit dem vollen, runden Kinn, dem 
saftigen Mund, den grossen, schwärmerischen Augen zeigt da- 
gegen ein entschiedenes, unmittelbar frisches und lebendiges 
Studium der Antike und gleichzeitig eine frappante Verwandt- 
schaft mit Niccolos Engelsköpfen am zweiten nördlichen Dom- 
portal. Auch die Hände der Engel daselbst und des Philipp 
zeigen grosse Verwandtschaft. Es ist dies ein neuer Beweis für 
die grosse Stylverwandtschaft des Giovanni mit Niccolo d'Arezzo, 
Welcher allerdings noch geistreicher und graziöser als sein 
Schüler geschaffen hat, wie z. B. seine oben besprochene Ver- 
kündigung deutlich zeigt.  Es möge schliesslich hier Vasari's 
Urthcil über diese Statue folgen, das wir sehr treffend finden 
und nur bestätigen können. Vasari sagt: „Diese Figur steht 
sehr gut da und zeigt Anmuth und Leben im Kopf; das Ge- 
wand ist nicht roh und schmiegt sich der Figur überall gut 
an." Am Sockel der Statue steht! S. Philippus in Relieflettern. 
Besondere Hervorhebung verdient sodann auch die Nische, 
in der diese Statue steht. Der Sockel derselben ist mit einem 
vorzüglichen Ornamentfries in Relief, Akanthusranken mit Blu- 
men und in der Mitte mit einem auf einem Stengel reitenden 
nackten Genius von anmuthiger, weicher Bewegung und feiner, 
weicher und richtiger Ausführung geschmückt. Dieses Ornament 
entspricht im Styl genau denen am Dornportal des Niccolö 
d'Arezzo. Seitlich davon sind die Wappen der Zunft. Das 
Tabernakel ist nach demselben Schema wie die bisher genannten 
gebaut. Die innere Wand ist jedoch nicht mit Mosaik-, sondern 
Tafeln von rothem, Weissem und schwarzem Marmor geschmückt. 
Jetzt, da die einst bemalten Statuen farblos sind, stört der 
bunte Hintergrund einigermassen. Im Giebelfeld ist das empfin- 
dungsvolle und gut drapirte Brustbild Christi mit Buch und 
Weltkugel in den Händen und seitwärts geneigtem Haupte. Von be- 
sonderer Schönheit sind auch die durchbrochenemAkantbusranken 
mit Blumen, welche statt der Krabben den Giebel einfassenj" 
Wieder freier im Styl erscheint die Statue des Santo Lo 
(S. Aloysius), welche in der Nische der Hufschmiede, der 
zweiten auf der Südseite von Or San Michele, steht. Vasari
        

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