Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407831
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STATUEN FÜR DIE NISCHEN etc. 
Lohn, als die Anzahl 
machen lassen. Leider 
von Stiefeln, die sich in derselben Zeit 
wird an die Arbeiten der Schriftsteller 
nicht einmal dieser Massstab angelegt. 
Sauer hat sich Giovanni d' Antonio 
seine 
Arbeit 
der 
That werden lassen, denn keine der bis jetzt geschilderten 
Statuen von ihm ist so sorgfältig ausgeführt, so frei in der 
Bewegung, so harmonisch in der Composition und S0 reich an 
Detailschönheiten und Studien nach der Natur und der Antike. 
Wie die meisten Statuen der Schule des Niccolö d'Arezzo 
trägt auch diese über dem Chiton den Mantel, der über Rücken 
und Schultern herabztifallen, die Brust offen zu lassen, über 
die Beine wieder vorgezogen zu werden pflegt und dabei ge- 
legentlich auf dem Boden schleift und hier schöne Motive bildet, 
oder auf dem Arm aufliegt. Dieser St. Philipp drückt mit der 
gebogenen Rechten einen seinen Arm einhüllenden Mantelzipfel 
an den Vorderschenkel des seitlich ausschreitenden rechten 
Beines, während gleichzeitig der Mantel noch am Boden schleift, 
die Bewegung des Beines verfolgt und charakterisirt und nur 
die sandalengesclmmückte Fussspitze vorschauen lässt. Die höher 
gehobene Linke auf der Seite des Standbeines hält den an und 
für sich schon hier kürzer von der Schulter fallenden Mantel 
noch in die Höhe, so dass unten die senkrechten Falten des 
Chiton sammt dem ganzen Fuss sichtbar werden, Wodurch 
auch die Richtung und Stellung des Standbcines deutlich und 
glücklich hervorgehoben wird. 
Das Gewand zeigt schon ein vorzügliches Studium nach 
der Natur, sowie der Antike, was den-Geschmack in der guten 
Anordnung, in der Abwechslung, im Ausdruck der Bewegung 
betrifft. Die Partien, sowie die Schattenhöhltingen sind sehr 
gut vertheilt. Giovanni d' Antonio übertriät hier in dieser Hin- 
sicht manches Werk des Donatello, wenn er ihn auch nicht in 
dessen gleichsam seelischer Belebung und feingefühlten .Weich- 
heit und Wahrheit der Biegungen und Flächen erreicht. Doch 
ist in dieser Statue eine entschiedene Verwandtschaft mit Dona- 
tello's Styl zu erkennen, die noch weiter geht, als sich aus der 
gemeinsamen Abstammung beider Style von Niccolo d' Arezzo 
erklären liesse, zumal wenn man die früheren, starreren Werke 
des Giovanni d' Antonio berücksichtigt. Auch die Hände
        

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