Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407800
STATUEN FÜR 
DIE NIS CHEN etc. 
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und Mosaikfüllungen am Schaft und Capitälen von zwei Reihen 
Akanthusblättern, ähnlich den Capitälen der Dompfeiler.  
Sie Hankiren die Nische, welche sich dreiseitig vertieft und 
mit schlanken Pilastern, sowie Feldern von schwarzem und 
goldenem Glasmosaik geschmückt ist. In der Höhe der Pilaster- 
capitäle zieht sich in der Nische ein gebälkartiger Abschluss 
hin, über dem eine dreiseitige Halbkuppel mit breiten Rippen 
und schwarzen, mit Sternen besetzten Gewölbefeldern die Be- 
dachung bildet. Die Oeffnung dieser Wölbung ist spitzbogig, 
mit einem Bogenfries eingefasst. Darüber erhebt sich ein Spitz- 
giebel mit Akanthuskrappen, die sich der Renaissance nähern, 
seitlich davon, über den Pilastern, streben Fialen in die Höhe. 77 
Einen bedeutenden Fortschritt des Nanni d'Antonio di 
Banco, sowohl in der Technik als in der Kraft des Ausdruckes, 
erblicken wir in der Gruppe der vier Märtyrer aus Diocletiaifs 
Zeit, Claudius, Nicostratus, Symphorianus und Castorius, welche 
er im Auftrag der vereinigten Zünfte der Schmiede, Holz- 
Schneider und Maurer ausführte. Doch ist auch hier noch 
viel Härte der Technik und Ungeschick in der Gewandung zu 
beobachten. 
Neben dem Einfluss des Niccolo von Arezzo, der Antike, 
sowie einem Nachklang des I4. Jahrhunderts, ist hier auch 
schon eine Einwirkung seines talentvolleren Altersgenossen Dona- 
tello auf Giovanni's Styl bemerklich. Wegen dieser wohlerkennt- 
lichen Mischung verschiedener Einflüsse gehört diese Gruppe 
zu den interessantesten Sculpturen der beginnenden Renaissance. 
Am alterthijimlichsten erscheint noch die Statue links vom Be- 
schauer, die im Profil sichtbar ist. Der starre Greisenkopf, ohne 
individuellen Ausdruck erinnert noch stark an's I4. Jahrhundert; 
freier, jedoch noch fern von Donatellds Meisterschaft, sind 
schon Haare, Hals und Hände daran behandelt. Auch das ziem- 
lich verworrene Gewand, welches aus Chiton und Toga be- 
steht, zeigt einen Fortschritt im Realismus, sowie im directen 
Studium der Antike. Einzelne Versuche Giovanni's an diesen Sta- 
tuen, das Nackte durchschimmern zu lassen, sind nicht sehr glück- 
lich ausgefallen, so an der äussersten Statue rechts. Das Gewand 
der Statuen verräth im Ganzen den Schüler und Nachahmer 
des Niccolo von Arezzo. Die Köpfe dagegen zeigen bereits
        

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