Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407749
BERNARDO DI 
PIERO CIUFFAGNI. 
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sowie einen Engel, beide von Marmor, für den Dom her. 1415 
wird er für seinen S. Matthäus mit 150 Gulden bezahlt und 
erhält gleichzeitig den Auftrag für eine Statue des Josua, der 
ihm jedoch entzogen ward, als er sich längere Zeit von Florenz 
fernhielt. Erst im Jahre 1422 taucht Bernardo wieder daselbst 
auf und arbeitet an einem Wasserspeier für den Dorn, in der 
Form eines Knaben, der einen Schlauch drückt. Diese Sculp- 
tur, welche dem Motiv nach an eine spätere des Lazzaro di 
Buggiano erinnert und sich also an Donatellds Styl angelehnt 
zu haben scheint, wurde im Jahre 1424. über der dritten Kranz- 
capelle auf der Sacristei der Familie Bischeri angebracht, ist 
aber jetzt nicht mehr zu sehen. Im nämlichen Jahre vollendet 
Bernardo die Figur eines S. Stefano für den Giebelknopf der 
zweiten Nordthüre des Doms. Das Stümperwerk, das sich noch 
dort befindet, sticht genug von den anmuthigen und gut- 
gearbeiteten Statuen des Donatello zu beiden Seiten des Giebels 
ab, von denen wir bereits oben sprachen. Im Jahre 1424 erhielt 
Bernardo eine Statue, die ein anderer Künstler, Giovanni di 
Bartolo, wegen Abwesenheit nicht vollenden konnte, in Auf- 
trag. Der Block dazu betrug eine Länge von vier Braccien und 
war bereits durch seinen Vorgänger in Carrara angeschafft wor- 
den. Bis 14.33 arbeitete Bernardo an dieser Statue, welche den 
Propheten Jesaias darstellte und auf einer Sandsteinbasis in 
einer der Ghorcapellen aufgestellt werden sollte (insofern sich 
damals noch nicht die sitzenden Evangelisten-Figuren dort be- 
fanden). 1433 wurde aber die Statue wieder aus der Capelle 
entfernt und der Auftrag dem Bernardo entzogen, weil er 
„male et inepte laboravit". Gleichwohl erhält er seinen Lohn 
von x80 Gulden dafür, und im Jahre 1435 wird ihm sogar ein 
neuer Auftrag zu Theil, nämlich die Statue des Königs Da- 
vid herzustellen, den er auch mit einer Marmorkrone versehen 
soll. Vielleicht ist uns dieses Werk in der zweiten Figur der 
linken Seitenwand des Doms vom Eingang erhalten; nicht nur 
dass dieselbe eine Krone trägt, gibt sie sich auch in ihrem 
Charakter als die harte und geistlose Schöpfung eines Künstlers 
des 15. Jahrhunderts zu erkennen. Sie setzt den linken Fuss 
vor und hält mit den ziemlich gut gearbeiteten Händen ein Buch. 
(die Psalmen?) an die Brust. Der Kopf ist scharf und etfect-
        

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