Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407739
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BERNARDO DI PIERO CIUFFAGNI. 
eigenthümlich gewundene Haltung der länglich gebildeten Hand 
gemein, die auch noch späterhin sowohl in D0natello's wie in 
Ghibertfs Werken, obwohl bei Jedem in eigener Weise, nachklingt. 
Im Jahre 14.15 wurden diese vier Statuen an ihren Stand- 
orten, in den vier Nischen seitlich vom Hauptportal, aufgestellt. 
BERNARDO 
DI 
PIERO 
CIUFFAGNI. 
Wir hatten schon Wiederholt Gelegenheit, eines Bildhauers 
Bernardo di Piero Ciuffagni Erwähnung zu thun. Da er nun 
wegen seiner geringen Begabung nur wenig auf die Styl-Ent- 
Wicklung der Sculpttlr des 15. Jahrhunderts einwirkte, ander- 
seits er aber doch aus derselben Wurzel hervorging, wie 
Donatello, Nanni d" Antonio di Banco und Andere, und 
sich bemühte, der jeweilig herrschenden Richtung mühsam 
nachzuhinken, so gedenken wir gleich hier zusammenzustellen, 
was wir über sein späteres Leben und Schaffen noch wissen, 
um im weiteren Verlaufe unserer Darstellung der Pflicht ent- 
hoben zu sein, auf sein unbedeutendesWirken zurückzukommen. 
Bernardo, Sohn des Piero Bartolomeo de' Ciuf- 
fagni, ward im Bezirk S. Frediano im Jahre 1381 geboren, 
war demnach noch um fünf Jahre älter als Donatello. Auch er 
begann seine Laufbahn als Goldschmied, was daraus hervor- 
geht, dass er, wie wir sahen, im Jahre 1403 und später 
wieder, 1407, zu den Mitarbeitern des Ghiberti an dessen erster 
Broncethüre gehörte, sowie dass er in einem Contracte, den er 
14.29 mit der Domopera schloss, aurifex genannt wird. Und 
erst im nämlichen Jahre wurde er in der Zunft der Steinhauer 
immatriculirt. Daraus, dass er unter Ghiberti arbeitete, erklärt 
sich vielleicht auch seine Stylverwaildtschaft mit diesem, die 
wir an seiner Statue des Evangelisten Matthäus wahrnehmen, 
wenn nicht Beide ihren alterthümlichen Styl der Gewanduug 
der gleichen Quelle, d. h. der Goldschmiedschule des 14. Jahr- 
hunderts, entnommen haben. Den Auftrag zu eben genannter 
Statue erhielt er im Mai 1409 gegen Garantie seines Vaters 
und des Schwertfegers Bardini. 
Im nämlichen Jahre stellt er noch eine Prophetenligur,
        

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