Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407678
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ANDERE 
BEISPIELE DES ÜBERGANGSSTYLS IN ARCHITEKTUR ctc. 
wahrscheinlich dem gothischen Charakter des ganzen Baues zu 
Liebe in ihrer Gesammtformzwar noch gothisch erscheinen, in 
ihren Details jedoch denselben Uebergangsstyl zeigen, den wir 
an den bisher genannten Monumenten wahrnahmen. 
Da diese Nischen jedoch als Aufstellungsorte für Statuen 
dienen, welche wir später zu besprechen haben werden, so 
wollen wir auch die nähere Schilderung der Nischen und ihrer 
ornamentalen Theile erst mit der der Statuen folgen lassen und 
dabei gleichzeitig auf das in diesem Capitel über die Ueber- 
gangs-Architektur und Ornamentik Zusammengestellte erinnern. 
Wir sahen in allen den angeführtenWerken einerseits ein spo- 
radisches und nicht consequentes Versuchen, classische Formen 
wieder zur Geltung zu bringen, die aber gleichzeitig sich mit gothi- 
schen Reminiscenzen verbinden, oder in gothischer, harter und 
starrer Technik und Gliederung verharren  anderseits wiederum 
ein stylistisches Streben nach der Eleganz der Renaissance, welches 
auch halbgothischen Formen fast das Ansehen von Werken 
echter Renaissance gab. 
Schliesslich wollen wir noch ein Bauwerk hier anführen, 
Welches dem Brunellesco seine Entstehung verdankt, und 
zwar aus der frühesten Periode seiner Thäitigkcit stammen muss, 
da es gleichfalls noch keineswegs den durchgebildeten Styl der 
Frührenaissance an sich trägt, deren Schöpfer in der Architektur 
Brunellesco war. 71 Dieses Gebäude interessirt uns ganz besonders 
noch dadurch, dass es Sculpturen birgt, die entschieden Dona- 
tellischen Styl an sich tragen und gleichfalls seiner Jugendperiode 
angehören mögen. Es ist dies der Palazzo Canigiani in Via dei 
Bardi. Die Zeit seiner Erbauung Wissen wir allerdings nicht, doch 
war er im Jahre 1434 schon vollendet, da damals Eugen IV. wäh- 
rend seinerAnwesenheit in Florenz darin wohnte. Der Palast wurde 
für Larione de' Bardi erbaut und mit dem Hospital von Santa 
Lucia und einigen älteren Häusern der Bardi vereinigt. Erst 
im 17. Jahrhundert kam der Palast durch Kauf an die Cani- 
giani, denen er jetzt gehört. 72 Der Palast ist im ernsten lloren- 
tinischen Styl mit Rusticamauern und Bogenfenstern erbaut 
und noch mit dem alten Familienwapperl geschmückt, 
Ein Corridor mit Tonnengewölbe führt in den Hallenhof, 
in dem nur links zwei Seiten mit Säulenpfeilern und Kreuz-
        

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