Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407658
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ANDERE BEISPIELE DES ÜBERGANGS TY LS IN ARCIHTEKTUR clc. 
hunderts üblich waren. Das einfach gegliederte Portal mit 
gothisch-florentinischern Zahnschnitt Öffnet sich auf einem Cor- 
ridor, der zum viereckigen Hofrautn führt. Links geht die 
Treppe (unter Tonnengewölben) hinauf (an ihrem unteren 
Brüstungs-Ende ist ein schöner, antiker Sarkophag-Untersatz 
von Porphyr, ein Löwe, der in Ranken ausläuft, eingernauert). 
Der Hof scheint ursprünglich auf allen vier Seiten von 
einer Pfeilerhalle umgeben gewesen zu sein, die jetzt aber auf 
zwei Seiten, rechts und gegenüber vom Eingang, vermauert ist. 
Schlanke achteckige Pfeiler, deren Capitäle mit Palm- 
blättern, Zahnschnitt und Deckplatten gegliedert, also noch 
ganz im Charakter der florentinischen Gothik gehalten sind, 
ruhen auf attischen Säulenbasen mit romanischen Eckblättern 
statt der gewöhnlichen Sockel. Sie tragen auf jeder Seite des 
Hofes je drei Rundbögen mit flachen Gurten. In dem dem 
Eingangs-Corridor zunächst liegenden Kreuzgange werden die 
Kreuzgewölbe-Rippen auf der Wandseite durch Wandconsolen 
getragen, Welche den Capitälen der Pfeiler entsprechen und 
durch auslaufende Spitzen mit der Wand vermittelt werden. 
Solche Consolen kommen allerdings auch schon an der Loggia 
dei Signori vor. An der andern der beiden noch freien Seiten 
der Hofhalle ruhen dagegen die GCWÖllDCFlPPCD auf Wandpilasterti, 
welche eine den Pfeilern entsprechende Gliederung zeigen. 
Zu den entschiedenen Beispielen der Uebergangs-Archi- 
tektur gehört sodann das Marmorportal in der Kirche Santa 
Trinita zu Florenz, welches vom linken Seitenschitf in die 
Sacristei führt. Dasselbe zeigt zunächst der Thürötfnting schmale, 
marmorne Seitenpfosten, über welchen der antik gegliederte, 
jedoch gothisch-steile Thürsturz ruht. Zu beiden Seiten 
der Pfosten springen schwach vor durch Ornamentsstreifen ge- 
gliederte Pilaster, welche oben mit einer entsprechend vor- 
springenden Fortsetzung des gebällaartigen Thürsttlrzes abge- 
schlossen sind. Hierauf ruht der rundbogige Marmorrahmen, 
dessen Bildung den Pilastern entspricht und der die Thür- 
lunette umspannt. Endlich stehen zu äusserst, neben den Pi- 
lastern, sehr schlanke, cannellirte korinthische Säulen, deren 
Akanthuscapitäle noch sehr hart und leblos behandelt sind. 
Auch auf diesen ruhen abermals vorspringende Fortsetzungen
        

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