Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407589
KÜNSTLER DES ZVXIEITEN 
DOMPORTALS etc. 
spriessen, geschmückt sind. An der breiteren Fläche nach aussen 
sind diese Pfosten mit ähnlichen Ranken bedeckt, welche jedoch 
eine fortlaufende Reihe von Figürchen in sich schliessen, theils 
nackte, scherzende und musicirende Genien, theils bärtige Männer 
und Jungfrauen in den verschiedensten mythologischen, bibli- 
sehen und aus dem Leben entnommenen Handlungen und 
Geberden. 
Diesen Thürpfosten folgen nach aussen sich abschrägende, 
von gewundenen, schlanken Halbsätilen eingefasste Wand- 
streifen, in deren jedem sich, von sechseckigen vertical ge- 
streckten Rahmen eingefasst, fünf Engel mit Inschriftrollen 
befinden. Die Zwischenräume zwischen den Sechsecken sind 
wiederum mit Akanthusranken ausgefüllt, welche von einem 
Strauss nach links und rechts sich mit grosser Eleganz ab- 
zweigen und ebenfalls kleine Figuren in Relief einrahmen. Diese 
Ornamente können als Muster schöner Füllungen gelten. Die 
Aussenpfosten der Thürleibung endlich sind ebenfalls mit Akan- 
thusranken, sowie je vier Löwenköpfen in sechseckigem Rahmen 
geschmückt. 
In den oberen Ecken zwischen Thürpfosten und Thür- 
"balken befinden sich zwei ziemlich derbe kauernde Genien. 
Ueber dem Thürbalken, der im Schmuck den seitlichen Pfosten 
entspricht, öffnet sich eine Lunette, welche späterhin mit einer 
Darstellung der Verkündigung von Domenico Ghirlandajo in 
Mosaik geschmückt wurde. Dieser Lunettenbogen ist ganz mit 
derselben Gliederung von äusseren und inneren Pfosten, sowie 
einem von gewundenen Halbsiiulen eingefassten Fries mit Ranken 
und Figuren umgeben, wie die Thüröffnung darunter. Hier- 
über erhebt sich sodann der Spitzgiebel mit einem Füllungs- 
relief, worüber später; aussen wird dieser Spitzgiebel, wie wir 
sahen, von Donatello's Figuren Hankirt. 
Diese Gliederung der zweiten nördlichen Portaleinfassung 
des Doms entspricht in den Hauptsachen der Anordnung des 
zweiten Südportals, das im Jahre 1398, also nur einige Jahre 
früher, von Piero di Giovanni Tedesco vollendet wurde. Es 
ergibt sich aus der Vergleichung beider Portale, dass nicht nur 
der Architekt, der das nördliche Portal entwarf, der damalige
        

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