Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407512
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An der Facade wird im Jahre 1383 für das grosse mittlere 
Rundfenster an der erhöhten Wand des Mittelschiffes das 
"Marmorrad", d. h. das radienförmige Masswerk hergestellt. 
In den Jahren 1387 und 1388 stellt Piero di Giovanni Tedesco 
die Figuren der Apostel S. Andreas und S. Simon her, welche 
ein Portal, vermuthlich ein Seitenportal, Hankiren sollten. In 
den Jahren 1388 bis 1390 stellt er ferner die Statuen des 
S. Johannes Baptista und S. Johannes Evangelista „pr0ponendo 
eas ante januam majorem etc." her. Auch an den Statuen eincs 
S. Marcus, S. Matthäus, S. Jacob, S. Thomas, S. Bartholomäus 
und S. Stephanus, sowie an der eines Engels, sämmtlich für die 
Domfacade, arbeitet er in den Jahren 1387 1390. 1393 wird 
er für eine weitere Engelfigur bezahlt. 1394 arbeitet er an 
einem Marmorsims mit Blattwerk für die Domfacade. 1395 wer- 
den ein S. Victor desselben Künstlers und ein S. Barnabas des 
Giovanni d' Ambrogio in Nischen der Domfacade angebracht. 
Auch einen Hirten mit dem Stock stellt Piero di Giovanni in 
diesem Jahre her. Im November geht er nach Carrara, um vier 
Blöcke für Statuen zu kaufen. Zwei davon, S. Ambrosius und 
S. Hieronymus, führt Piero di Giovanni, zwei andere, S. Gre- 
gorius und S. Augustinus, Niccolo d' Arezzo im Jahre 1396 
aus. Diese Statuen sollen das I-Iauptportal flankiren.  1399 
arbeitet Piero an einer Madonna mit dem Kind, die wahr- 
scheinlich auch für die Facade bestimmt war. 
Sämmtliche diese Statuen wurden bemalt und theilweise 
auch zuerst von Malern gezeichnet. 
Im Jahre 1402 endlich arbeiten Lorenzo di Giovanni 
d' Ambrogio, Niccolo di Piero und Urbano d' Andrea di Venezia 
am I-Iauptportal. Niccolo di Piero von Arezzo erhält ausserdem 
den Auftrag, einen Engel nach dem Muster desjenigen über 
dem Hauptportal herzustellen, der nach obigem wahrscheinlich 
von Piero di Giovanni Tedesco war.  
Ueber das Aussehen dieser Facade kurz vor ihrer Zerstö- 
rung am 21. Januar 1586 gibt uns ein Augenzeuge dieses bar- 
barischcn Actes ziemlich ausführlichen Bericht. Darnach war 
die Fagade ungefähr bis zur Mitte in "deutscher" Architektur 
ausgeführt. (Wie denn Piero di Giovanni Tedesco in der That 
seit der Wiederaufnahme der Arbeiten an der Fagade im Jahre
        

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