Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407440
TNISSE. 
DER SCULPTUR-RENAISSANCE GÜNSTIGE BAUVERHÄL 
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Die Hauptsache von sculptorischerAusschmückung, wie auch 
selbst die architektonische Vollendung des Doms war erst dem 
15. Jahrhundert vorbehalten. Ebenso erhielt die Kirche Or San 
Michele erst im 15. Jahrhundert ihren reichen, äusseren Schmuck 
an Sculpturen, während allerdings das Marmortabernakel des 
Orcagna vielleicht das Meisterwerk der Sculptur des 14. Jahr- 
hunderts darstellt. Auch das Baptisterium hatte im 14. Jahr- 
hundert erst eine Broncethüre erhalten, zwei sollten ihr noch 
nachfolgen. Und der Silberaltar, der im 14. Jahrhundert be- 
gonnen ward, doch auch erst im 15. zur Vollendung gedieh, 
war als Werk der Goldschmiedkunst nur in zweiter Linie 
wichtig für die Entwicklung eines monumentalen Sculpturstyls. 
Wie aber die Regierung von Florenz zu Anfang des 15. 
Jahrhunderts eine Fortsetzung und ein ruhmvolles und gedeih- 
liches Ausleben der Optimaten-Oligarchie bildet, welche im 
Verlauf des 14. Jahrhunderts unter der Führung der Albizzi 
aus dem siegreichen guelfischen Bürgerthum emporgewachsen 
war und sich als wahre Vertreterin des republikanischen Guelfen- 
thums (allerdings mit Annäherung an die Ideen der Republik 
Venedig) betrachtete, so hielten sich auch die Lenker des Horen- 
tinischen Staates zu Beginn des 15. Jahrhunderts (unter denen 
Niccolo d'Uzzano, Gino Capponi und Andere hervorragten) 
patriotisch verpflichtet, die im vorhergehenden Jahrhundert, beim 
beginnenden Glanz des republikanischen Optimatenregitnents, 
unternommenen, zum Ruhm und Glanz des Staates dienenden 
öffentlichen Bauten, dem ursprünglichen grossen Plan möglichst 
entsprechend, würdig durchzuführen und zu vollenden. 
Der Anfang des 15. Jahrhunderts ist desshalb noch wie 
das Ende des 13. und das ganze 14. Jahrhundert durch das 
Vorwiegen der öffentlichen Kunstförderung über die der Pri- 
vaten gekennzeichnet. Die Privaten treten als Mäcene erst mit 
dem Beginn der Herrschaft der Medici, sagen wir von 1434 
an, in den Vordergrund. 
In dieser ersten Epoche des 15. Jahrhunderts bewahrt die 
Kunst desswegen einen noch monumentaleren Charakter, als 
späterhin, da die Kunstwerke von der freien Luft in die Ge- 
mächer der Grossen rücken. Die Sculptur speciell, -die aus den 
eben genannten Gründen zu Anfang des 15. Jahrhunderts ganz
        

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