Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407418
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man deren entbehren könnte, um Mühe und Kosten zu ersparen, 
und wie man dann zu verfahren habe, wenn man wegen der 
Grösse der Wölbungen und wegen anderer Gründe keine Ge- 
rüste anwenden konnte."  
Auch die Arten der antiken Construction, sowie die In- 
strumente, deren sich die Alten dabei bedient hatten, unterwarf 
er genauen Untersuchungen und Nachforschungen. Er studirte 
ihre Arten zu mauern, zu stützen, zu verklammern, und schloss, 
mit Hilfe seiner mathematischen Kenntnisse, auf die Mittel, 
welche die Alten benutzt haben mochten, Lasten zu bewegen 
und zu heben, und kam dabei auf die Erfindung von einer An- 
zahl neuer Maschinenß" 
Ebenso wenig vernachlässigte er aber auch den decora- 
tiven Theil der antiken Architektur, und hierin berührten sich 
seine Interessen mit denen des Donatello. Er mass und zeich- 
nete genau die Profile, Gesimse, Firste, Architrave, Fenster, 
Bögen, Pilaster, Basen, Säulen und Capitäle etc. der alten Ge- 
bäude, sowie deren musikalische Proportionen und Symme- 
trien. Und mit feinem Blick erkannte er bald die Unterschiede 
der verschiedenen Ordnungen, wie jonisch, dorisch, toscanisch, 
korinthisch und attisch, und wie eine jede Ordnung ihr eigenes 
System und ihre eigenen Verhältnisse habe. Diese Ordnungen 
wandte er später mit Bewusstsein und scharfer Unterscheidung 
an seinen Gebäuden an. Im Zusammenhang damit widmete er 
auch der Ornamentik der Alten ein sorgfältiges Studium. i" 
Was Schmuck und äussere Gliederung der Architektur 
betrifft, musste also, wie wir schon erwähnten, sein Studium 
Hand in Hand mit dem des Donatello gehen. Ebenso aber ver- 
sagte Brunellesco andererseits auch den Gegenständen nicht 
sein Interesse, denen Donatello vor Allem, jedenfalls mit einer 
glühenden Leidenschaft und Begeisterung, wie sie in seiner 
Natur lagen, nachging, nämlich den Statuen, Reliefs, geschnit- 
tenen Steinen und allen sonstigen figürlichen Darstellungen der 
antiken Sculptur. 
Da beide Freunde bei ihren emsigen Studien in der da- 
mals noch fast unberührten Ruinenstadt Rom mancherlei Funde 
von Capitälen, Basen etc. machten, die, von Gestrüpp über- 
wachsen, halb aus dem Boden hervorragten, so schritten sie oft
        

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