Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407408
BRUNELLESCO UNI) DONATELLO IN ROM. 
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Renaissance zu einander die normalen Beziehungen, in welchen 
Architektur und Sculptur des 15. Jahrhunderts zu einander 
standen, indem damals letztere nie versäumte, ihre Rolle als 
Schmuck oder Gipfelpunkt eines architektonischen Ganzen oder 
einer architektonischen Grundlage zu vertreten. 
Kehren wir zu dem Moment zurück, da am Schlusse des 
Jahres 1403 Brunellesco seinen jüngeren Freund zur Reise nach 
Rom beredete. Vor Allem hiess es jetzt das Reisegeld auftreiben. 
Brunellesco verkaufte ohneweiters ein Landgut, das er in der 
Nähe von Florenz bei Settignano besass;53 Donatello erhielt 
vielleicht von den Martelli und anderen Gönnern das Nöthige 
und etwas mehr. S0 wanderten sie denn wohlgemuth nach der 
ewigen Stadt. Als sie hier nur zu bald auf den Grund ihres 
Geldbeutels angelangt waren, verwertheten sie ihre Geschick- 
lichkeit als Goldschmiede, um in der einen Hälfte der Woche 
so viel Geld damit zu verdienen, als sie für ein sorgenfreies 
Leben und Studium in der andern Hälfte nöthig hatten.54 Eine 
Weitere Arbeitstheilung war bestimmt, ihnen die verlorene Zeit 
Wieder einzubringen; Abends prüfte der Eine durch, was der 
Andere des Tags über gezeichnet hatte. „Weder dem Einen 
noch dem Andern fielen Familiensorgen zur Last, da sie weder 
Frauen noch Kinder hatten, und sie waren wenig darum be- 
sorgt, wie sie ässen oder tränken, oder wie sie lebten und sich 
kleideten.    
 Brunellesco liess sich, nach Vasari, bei seinen Studien in 
Rom vor Allem von zwei grossen Ideen leiten; erstens war er 
bestrebt, die gute Architektur wieder zur Geltung zu bringen, 
Sodann wollte er die Art und Weise finden, um die Kuppel 
Von S. Maria del Fiore (dem Dom) in Florenz zu wölben, 
Welche seit Arnolfo's Tod ohne einen ungeheuren Aufwand an 
Holzgerüsten sich Niemand hatte getrauen wollen zu construiren. 
Von letzterem Plane theilte er Niemandem, selbst Donatello 
nicht, etwas mit; keine Schwierigkeit, die in der Wölbung der 
Pantheonskuppel gelöst war, liess er unbeachtet; ebenso studirte 
und zeichnete er alle anderen Wölbungen, die sich noch vom 
alten Rom her erhalten hatten. 55 Brunellescds anonymer Bio- 
graph Sagt ferner: „Und er studirte die verschiedenen Arten 
VQII Rüstbögen und anderen Gerüsten, sowie die Fälle, wo
        

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