Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407341
die classisch-realistische Impulse in ihm erweckten, wenn er 
sich auch denselben nie so unbedingt hingab, wie Donatello, 
sondern stets noch Stylprincipien des 14. Jahrhunderts mit 
ihnen in Einklang zu bringen suchte. Dass auch Donatello 
Späterhin nicht ohne Einwirkung auf Giacomo della Guercia 
blieb, werden wir weiter unten sehen und dabei zugleich Ge- 
legenheit finden, diejenigen Werke des Letzteren etwas näher 
zu besprechen, welche ihrer Entstehung nach später als die 
jetzt von uns behandelte Kunstperiode fallen." 
Ein Anderer unter den Concurrenten für die Thüre des Bapti- 
steriums war Francesco di Domenico del Valdambrino, 
ein Schüler des Giacomo, welcher bis in's Jahr 1413 als Ge- 
hilfe bei seinen Arbeiten erscheint und ursprünglich gleichfalls 
Goldschmied wie Giacomo della Guercia war. Dieselbe Kunst 
scheint Simone da Colle in Val d'Elsa ausgeübt zu haben, wie 
aus Vasarfs Worten hervorgehtü" 
Gehen wir endlich zu den zwei Hauptconcurrenten Ghiberti 
und Brunellesco über. Lorenzo di Cione Ghiberti befand 
sich zu der Zeit, da die Concurrenz ausgeschrieben ward, noch 
in Rimini, wo er, wie wir sahen, mit Wandmalereien für Pan- 
dolfo Malatesta beschäftigt war. Sein nachmaliger Stiefvater, der 
Goldschmied Bartoluccio, dessen grosses Interesse für Ghi- 
berrfs Mutter, Madonna Fiore, vielleicht nicht ohne triftigen 
Grund auch auf deren Sohn übergegangen war, schrieb nach 
Eröffnung der Concurrenz seinem jungen Freunde, er solle ja 
nicht versäumen, sich daran zu betheiligen, da ihm dadurch 
eine schöne Gelegenheit geboten werde, sein Talent der Welt 
zu offenbaren, so dass er künftighin vielleicht keine Ohr- 
gehänge mehr zu machen brauche. Ghiberti folgte dem Rath und 
kehrte nach Florenz zurück, um sofort die Arbeit zu beginnen. 42 
Brunellesco hatte um diese Zeit bereits begonnen, sich 
mit Vorliebe der Architektur zuz uwenden. Die oben erwähnten 
mathematischen Studien bildeten für ihn die Uebergangsbrücke 
zu derselben, Ihnen verdankte er schon früher eine grosse Ge- 
wandtheit in der Construction, welche ihm bald reichlich 
Aufträge verschaffte. lm Styl befolgte er den zu dieser Zeit 
noch herrschenden Ueberäangsgeschmack- 
Für seinen Verwandten Appollonio Lapi hatte er um diese 
Quellenschriften f. Kunstgesch. IX. 3
        

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