Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407274
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"LORENTJNISCHE SCULPTUR VOR 
DONATELLO. 
solcher Werke sind die drei Figuren an der Südseite des Cam- 
panile, die von den Malern Mea und Giottino "z" herrühren 
sollen; ferner mehrere Statuen, die im Hof des Palazzo Ric- 
cardi aufbewahrt werden. 
Als ein Bildhauer, der dieser Hauen und verkümmerten Rich- 
tung angehörte, steht mir Francesco Talenti im Verdacht, 
der in den 60er Jahren blühte und auch als Architekt eine 
äusserst trockene Ornamentilt anwendete. Ebenso gehört Alberto 
d, Arnoldi dieser Generation von abschwächenden Nachahmern 
der Pisaner und des Orcagna an. 
Francesco Talenti's Sohn Simone zeigt an den kleinen 
Figuren, womit er die durchbrochenen Fenster von Or. San 
Michele schmückte, schon wieder mehr Sorgfalt und Charakter, 
zumal in den Köpfen. 
Ein tüchtiger Nachfolger des Andrea Pisano und Orcagna 
ist ferner Giovanni Fetto, der im Jahre 1385 die Figur der 
Stärke, und ein Jahr später die graziöse Figur der Mäissigkeit 
ausführte (letztere allerdings nicht vollendete). 
Zwei Bildhauer, die aber seit Andrea Pisano und Orcagna 
zum ersten Male wieder neuen Lebenshauch der ornamentalen 
und figürlichen Sculptur einflössten, sind Ja copo di Piero di 
Guido von Florenz und Pietro di Giovanni Teutonico. 
Beide waren in den letzten zwei Jahrzehnten des 14. Jahr- 
hunderts nebeneinander in Florenz thätig und mochten Manches 
von einander lernen. Jacopo di Piero führte die Mehrzahl der 
Figuren an der Loggia dei Signori in Florenz aus; der Deutsche 
stellte die zweite südliche Domthüre beim Chor her. 
Während Jacopo di Piero in seinen Figuren vorzüglich 
sich einer glatten, sorgfältigen Technik, guter Proportionen, 
klarer, schöner Motive der Bewegung und des Gewandes be- 
Hiss, dabei aber doch die allegorische Auffassung eines Giovanni 
Pisano, eines Giotto und Andrea Pisano beibehielt,_ so um  
Giovanni di Piero wieder mit dem höchsten Grade von Rea- 
lismus in der Form auf, die seit Giovanni Pisano wieder so 
ziemlich vergessen worden, da auch Giotto und Orcagna mehr 
nur Realisten des Gefühls, d. h. leidenschaftliche und leb- 
hafte Schilderer der meist transcendentalen Empfindungen, doch 
ohne genauere Darstellung der natürlichen Formen und De-
        

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