Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407223
USCHMIEDKUNSY 
TOSCANAS. 
erst dem 15 Jahrhunderte an. An den ersteren Reliefs, welche 
Scenen aus dem Leben des Täufers darstellen, fällt einmal die ge- 
Schweifte und gewählte Gewandung im Style des Andrea Pisano, 
Sodann die stark geschwungene und gebogene Haltung vieler 
Figuren auf, welcher vielleicht deutscher Einfluss nicht fremd ist. 
Vasari schreibt einen grossen Theil dieser Arbeiten dem 
Goldschmied Cione, Vater des Orcagna, zu, wird aber darin 
Von den Urkunden nicht unterstützt. Ebensowenig ist daS 
Silberfutteral für den Kopf des S. Zenobius im Dome von Flo- 
renz ein Werk des Clone, vielmehr des Andrea Arditi. 26 
Gleichwohl können Vasari's Angaben über Cione's Ge- 
schicklichkeit und über die Schule, die er hinterliess, nicht ganz 
aus der Luft gegriüen sein. Als Zeitgenosse des Andrea Pisano 
War er es wahrscheinlich vor Allen, der dieses Meisters Styl in 
der Golclschmiedkunst aufnahm und durch seine Schüler darin 
festsetzte. Zu diesen gehörte, wie Vasari sagt, auch Leonardo 
di Ser Giovanni, der an seinen einzig beglaubigten Reliefs am 
Altar von Pistoja sich so entschieden als Vertreter des Styls 
von Andrea Pisano kundgibt. 
Ein anderer Schüler des Cione war nach Vasari der Aretiner 
Forzore di Spinello, welcher trefflich zu ciseliren und be- 
sonders Silbergravirungen im Feuer zu emailliren ver- 
stand. Er stellte für das Episcopat von Arezzo eine Mitra mit 
schönem Emailschmuck, sowie einen silbernen, sehr schönen 
Bischofstab her u. s. f. '17 Auch ist noch eine Arbeit, die ihm 
zugeschrieben wird, im Museum von Arezzo erhalten; die silberne 
Reliquienkiste der Märtyrer Laurentinus und Pergentinus, welche 
in drei vergoldeten, ziemlich roh gearbeiteten Reliefs die Ge- 
schichte der Heiligen zeigt. Auf dem Deckel ist Maria darge- 
stellt, die ihren Mantel mitleidig über Schutzllehende ausbreitet. 
Dass aber auch das Niello, welches im I5. Jahrhundert 
einen so hohen Aufschwung nahm, bereits im I4. Jahrhundert 
(ebenso wie das ganze Mittelalter hindurch) in Italien ausgeübt 
wurde, beweisen uns für Toscana zunächst zwar keine erhal- 
tenen Nachrichten, wohl aber Gegenstände der Goldschmied- 
kunst selbst. So befindet sich im Nationalmuseum von Florenz 
ein gothischer Bischofstab, dessen oberer dicker Theil die Form 
eines achteckigen, zweistöckigen, terrassenförmig verjüngten gothi-
        

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