Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1410173
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ANHANG III. 
Der Sohn des Ghiberti scheint ihm demnach daran geholfen zu haben 
Die Figur scheint ursprünglich für ()r San Michele, vielleicht für das Taber- 
nakcl des Donatello, in welches später Verocchids Gruppe kam, bestimmt 
gewesen zu sein. 
14. 
Donatello als Bronzegiesser. 
Wiewohl so zahlreiche Bronzestatuen, Büsten und Reliefs, besonders 
aus der zweiten Lebenshalfte Donatello's, von etwa 1423 an vorhanden sind, 
so geht es doch sowohl aus vielen Werken selbst, wie aus zahlreichen 
Zeugnissen und Aussprüchen von Zeitgenossen und Nachfolgern des Dona- 
tello; sowohl aus der urkundlich beglaubigten Thatsache, dass er meist 
Glockengiesser dabei zu Hilfe zog, wie daraus, dass er öfter Aufträge zu 
Bronze-Arbeiten liegen liess  unzweifelhaft hervor, dass Donatello im 
eigentlichen Gusse selbst nicht zu sehr bewandert war. Wir sahen, dass er 
schon in seiner Jugend als Goldschmied sich weniger wie Ghiberti auf den 
Bronzeguss verlegte als auf das Ciseliren. Als Ciseleur wurde er auch 
wahrscheinlich von Ghiberti bei seinen Bronzethüren verwendet. 
An vielen seiner Bronzestatuen ist der Guss-wenig gelungen (so am 
David von Bronze, an der Judith etc.). Er ist mit Löchern behaftet, zu- 
sammengeflickt etc.; meisterhaft ist dagegen die Ciselirung daran. Führen 
wir einige Stellen competenter Richter der Renaissance an, welche ähnlichen 
Tadel aussprechen: 
Benvenuto Cellini sagt in seiner Lebensbeschreibung (Ausgabe des 
Dott. Francesco Tassi. Firenze presso G. Piatti ißzg. V01. ll. p. 363): 
"E la prima opera che io gittai di bronzo, fu quella testa 
grande ristratto di Sua Excellenza che io aveva fatta di terra nell' 
oreiiceria, mentre che io aveva male alle stiene. Questa fu un 
opcra che piacque, ed io non la feci per altra causa, se non per 
fare sperienza della terre da gittare il bronzo. E sebbene io vedevo 
che quel mirabile Donatello aveva fatto le sue opere di bronzo, 
quali aveva gittate con la terra di Firenze, e' mi pareva che le 
avesse condotte con grandissima difficoltä, e pensando 
che venissi dal difetto della terra, innanzi che io mi mettessi a git- 
tare il mio Perseo, io volsi fare queste prime diligenze; per le 
quali trovai csser buona la terra, sebbene non era stata bene 
intcsa da quel mirabil Donatello, perche con grandissime 
difficoltii vedevo condotte le sue opere."     
Dagegen lobt Benvenuto Donatellds Art, die Statuen nach dem Guss 
auszuarbeiten. (Obige Ausgabe Vol. lll. p. 351) Brief an den Grossherzog: 
„e quelli che dicono che gli vogliono fare senza rinettare, 
si e perche non li sanno rinettare. [l mio modo si i: qucllo che 
hanno usato i maravigliosi antichi e il nosiro gran Donatello 
e cotali     
Meistens führte aber, wie gesagt, Donatello den Guss gar nicht selbst 
aus, sondern überlicss ihn Glockengiessern. Hiefür gibt es zahlreiche Beleg- 
stellen und Documente.
        

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