Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407210
G OLDSCHMIEDKUNST TOSCANAS. 
an deren oberen '25 Hälften. Die Reliefs sind mit grosser Ein- 
fachheit, viel feinem Geschmack und Gefühl componirt, zeigen 
aber eine sehr conventionelle Behandlung des Gewandes, 
dessen schöne, geschwungene Faltenlinien, scharf von einander 
geschieden, nebeneinander hinlaufen. Ausser einem Studium 
der Antike in der Einfachheit und Anmuth der Compo- 
sition, lässt sich am Styl dieser Reliefs noch eine eigenthüm- 
liche Mischung von deutsch-gothischen und byzantinischen Ein- 
HÜSSCD wahrnehmen, während sie ebenso selbständig und fremd 
der Richtung des Giovanni Pisano, wie der des Giotto gegen- 
überstehen. Gewiss ist der Einfluss der Goldschmiedtcchnik auf 
diesen Styl nicht zu unterschätzen. 
Ausser am Altar des S. Jacopo di Pistoja war es noch an 
der ebenso prachtvoll ausgeführten Altarbekleidung von Silber 
für das Baptisteritim von Florenz, wo Toscanas Goldschmiede 
Gelegenheit fanden, ihr Bestes zu leisten. Mehr als hundert Jahre 
(von 1366  1480) wurde daran gearbeitet. Diese Altarbekleidung 
zeigt drei Fronten von m5 M. Höhe; die vordere derselben 
zeigt eine Breite von T63 M., die beiden schmalen Seitenwände 
messen je 0'535 M. in die Breite. Das Metallgewicht der ganzen 
Arbeit beträgt 110'350 Kilogramm. Die Vorderfront ist durch 
eine Mittelnische mit der Statuette des Täufers in zwei Hälften 
getheilt, deren jede je zwei Reliefquadrate übereinander umfasst. 
Diese sind durch Pilaster und Querstreifen mit gothischen 
Nischen, Figürchen, Giebeln etc. getrennt. Ebenso zieht sich 
oben eine Reihe gothischer Nischen mit 35 Figürchen von acht 
Centimeter Höhe hin. Die Seitenfronten zeigen noch je zwei 
Reliefqtladrate übereinander. 
Nach einer Email-Inschrift der Basis wurde der Altar 1366 
begonnen. Die ersten Aufträge dazu erhielten Betto di Geri, 
Cristofano di Paolo, Michele di Monte und Leonardo 
di Ser Giovanni. Da Letzterer gleichzeitig in Pistoja arbeitete 
und hier nur einmal erwähnt wird, so mag Cristofano di Paolo, 
der im Jahre 1387 [O0 Gulden erhält und bis 1410 eingeführt 
wird, die Hauptsache gethan haben. 
Aus dieser Zeit stammen die vier oberen und die zwei 
unteren Reliefs links, sowie die Mehrzahl der kleinen Figuren 
an der Vorderseite. Die übrigen Reliefs und Figuren gehören
        

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