Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407202
GOLDSCHMIEDKUNST TOSCANAS. 
drea Pisano, der nach damaligen Begriffen ja auch Goldschmied 
war, sich ausbildete. 
Eine solche massgebende Bedeutung erlangte Andrea Pi- 
sano durch seine Broncethüre am Baptisterium von Florenz, 
die er während der Jahre 1329- 1336 herstellte.  Schon im 
Jahre 1321 beschlossen die Consuln der Tuchweberzunft, denen 
die Sorge für das Baptisterium oblag, die Holzthüren desselben 
mit vergoldeten Kupferplatten beschlagen zu lassen. 1325 
mühen sich Andrea Pisano und Piero di Donato vergeblich ab, 
dieselben gerade zu biegen und zum Gebrauch tauglich zu 
machen. Desshalb erhält Andrea am 6. November 1329 den 
Auftrag, neue Thüren herzustellen. Zugleich wird Piero di Ja- 
copo beauftragt, erst nach Pisa zu gehen, um dort die Bronce- 
thüren des Bonamico zu besichtigen, und dann nach Venedig, 
um dort einen Meister des Erzgusses zu engagiren. 
Dieser Auftrag verbreitet ein helles Licht über die da- 
maligen Kunstzustände; man sieht daraus, dass man in Florenz 
noch nicht sehr im Erzguss bewandert war, dass die Pisaner- 
thüre des Bonamico eines der seltenen Muster von Erzguss da- 
mals war, sowie endlich, dass diese Kunst in Venedig am 
meisten blühte. Innerhalb eines Jahres (vom Januar 1329 bis 
April 1330) stellt Andrea Pisano gemeinsam mit Lippo Dini 
und Piero di Donati das Wachsmodell her. Von dabei zu 
Grunde liegenden Zeichnungen des Giotto, wie Vasari angibt, 
wissen die Documente nichts, und bestätigen somit unsere 
schon früher auf Grund von Stylvergleichungen ausgesprochenen 
Zweifel gegen eine Betheiligung Giott0's daran. Der Guss der 
Thürc wird in den Jahren 1330- 1332 durch venetianische 
Erzgiesser (worunter Maestro Leonardo quondam Avanzi de 
Capella Sancti Salvatoris) unter Andrea's Leitung ausgeführt. 
Vom Januar 1331-1335 werden die zwei nacheinander ge- 
gossenen Thürflügel gereinigt, ciselirt und vergoldet. Auch 
hiebei waren dem Andrea seine schon oben genannten Ge- 
sellen behilflich. Ausserdern stellte Andrea Pisano noch 24 Löwen- 
köpfe her, die als Schmuck zwischen den 28 Relieffeldern 
gebracht wurden. Letztere enthalten je vier allegorische Fi- 
guren an den unteren Theilen der beiden Thürflügel, S0- 
Wie je fünf Darstellungen aus dem alten und neuen Testament 
2-1:
        

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