Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407158
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GOLDSCHMIEDKUNST 
TOSCANAS. 
richtete. Die Reliefs daran sind von Rahmen mit geometrischen 
und vegetabilischen Ornamenten in blauem, gelbem, rothem und 
schwarzem Email, sowie in Glasmosaik eingefasst. Diese Emails 
sind auf Silberplatten aufgetragen und mit grosser Sorgfalt in 
den Marmor eingelassen. "i 
Seit der Erbauung dieses Altars lässt sich ein allgemeiner 
Gebrauch des Emails en basse tatille bei den Italienern nach- 
weisen. Bald eignen es sich auch die übrigen Nationen Europas 
an, Wahrscheinlich durch Vermittlung venetianischer und genue- 
sischer Kaufleute. In Frankreich wird es noch in demselben 
Jahrhundert, in den übrigen Ländern bald nachher ausgeübt. 14 
Als Philipp der Schöne seine Münze von Sommieres nach 
Montpellier verlegte, klagte Dom Sanche, König von Majorca, 
dass diese Münze die Werkstätten von Gold- und Silber-Email 
beeinträchtigte, ohne durch ein Gesetz verhindert werden zu 
können. Dies zeigt, das hier von Email en hasse taille die Rede 
sei, da das Graviren von Münzstempeln in der That dasselbe 
Verfahren ist, wie das Graviren des Grundes für jenes Email, 
wesshalb ein Stempelgraveur leicht einem Verfertiger solcher 
Emails in das Handwerk pfuschen konnte. 15 
Wie der Marmorsculptur, so gab Giovanni Pisano auch 
der Goldschrniedkunst der Folgezeit in Italien einen neuen An- 
stoss, und zwar lässtisich dies gerade in Bezug auf die Städte 
nachweisen, in welchen er als Bildhauer thätig gewesen War. 
In Perugia nahm der Goldschmied Rosso oder Rubeus, 
der unter Giovanni's Leitung im Jahre 1277 am dortigen 
Brunnen die oberste Bronceschale mit Najaden, Greifen und 
Löwen verfertigt hatte, dessen Styl an. Von einem Zeitgenossen 
Giovanni Pisands, vielleicht von ihm selbst, mag der vergoldete 
und emaillirte Silberbecher des Papstes Benedict XI. sein, dessen 
Grab Giovanni Pisano auch herstellte. Dieser Becher befindet 
sich im archäologischen Cabinet von Perugia, wo auch noch 
ein anderer ähnlicher aus dem I4. Jahrhundert, mit sehr schönen 
Emails von Cataluzio di Pietro von Todi zu sehen ist. Aus 
demselben Jahrhundert stammt das vergoldete und emaillirte 
Kupfertabernakel, unter welchem der Schädel der heil. Juliana 
aufbewahrt wird ,_und das sich im Kloster von S. Maria di 
Monte Luce zu Perugia befinden";
        

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