Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407142
GOLDSCHMLEDKUNST TOSCANAS. 
einer ganz neuen Art von Email, des Email en basse taille. 
Diese Erfindung war vielleicht eine natürliche Folge gerade des 
Umstandes, dass sich ein Bildhauer, wie Giovanni Pisano, der 
Goldschmiedkunst annahm, denn das negative Relief, welches 
einen Wesentlichen Bestandtheil dieser neuen Art von Email 
bildet, ist ja zugleich entschieden das Ergebniss einer sculp- 
torischen Thätigkeit, allerdings in Metall, statt in Stein. 
Das Email en basse taille wird nämlich hergestellt, indem 
in eine Silberplatte die darzustellenden Gegenstände mit dem 
Grabstichel eingravirt werden, wobei man die Umrisse, sowie 
die nackten Theilc erhaben stehen lässt, während die Gewand- 
falten und Schatten vertieft werden. Den nackten Theilen lässt 
man meist die Farbe des Silbers, während der gleichfalls 
etwas vertiefte Grund mit einem einfarbigen Emuil, die 
Gewänder und übrigen nicht nackten Theile des Figürlichen 
mit verschiedenfarbigen Emails ausgefüllt werden. Hier- 
nach wird das Ganze mit einem leichtgefärbten Glasiirniss über? 
zogen, der auch den nackten Theilen eine Tinte gibt. Je tiefer 
die Gravirung, je dunkler erscheint die Farbe des Email, wo- 
durch nach dem Grade der Gravirung die Vertheilung von 
Schatten und Lichtern entsteht. 12 
Das byzantinische und altchristliche Email cloisonne da- 
gegen hat in seiner flachen Herstellungsweise eine offenbare 
Verwandtschaft mit der Mosaik, sowie mit dem flachen, nur 
auf zwei Abstufungen sich beschränkenden byzantinischen Relief. 
Ebenso ist es vielleicht dem Einfluss der StClHSCLllpHJF auf 
die Goldschmiedktmst zu verdanken, dass zu tierselben Zeit 
auch die Ciselirkunst einen grösseren Aufschwung nahm. 
Ebenso ist es der Verbrüderung der Sculptur mit der Gold- 
schmiedktlnst zu danken, wenn fortan der Bronceguss wieder 
eine plastischere Ausbildung gewinnt und auch die getriebe- 
nen Reliefs von Silberblech den flachen byzantinischen 
Charakter ablegen und eine reicher abgestufte Modellirung der 
Figuren amnehmen. 
Was die Goldschmied-Arbeiten des Giovanni Pisano selbst 
betrifft, ist uns eben nur eine Probe des erwähnten Emails er- 
halten. Dieselbe befindet sich an dem prachtvollen Marmor- 
altar, den er im Jahre 1286 -in der Kathedrale von Arezzo er-
        

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