Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1409325
QUELLEN-ANGABE. 
1) Donatellds Geburtsjahr.  Vasari, den wir naturgemass als 
Ausgangspunkt unserer Forschung betrachten, jedoch vielfach durch Notizen 
anderer Schriftsteller, sowie besonders durch Documente zu berichtigen 
haben werden, Vasari versetzt Donatellds Geburt in das Jahr 1383. Suchen 
wir diese Angabe als unrichtig nachzuweisen, sowie die unserige zu be- 
gründen. Verschiedene Angaben über Donatellds Alter befinden sich in den 
Vermögens-Anzeigen (Denunzie ddbeni), welche Gaye in seiner Ur- 
kundensammlung publicirte. (Giovanni Gaye. Carteggio inedito d'artisti etc. 
Firenze Molini 1839.) 
In Betreff dieser Vermögensanzeigen müssen wir einen schnellen 
Blick auf die damalige Geschichte von Florenz werfen. Nach der Schlacht 
von Zagonara in der Romagna, in welcher die Florentiner von den Truppen 
des Herzogs von Mailand geschlagen worden waren, wurde behufs neuer 
Krlegsrüstungeil eine Commissioti von 20 Bürgern in Florenz ernannt, 
welche neue Steuern ausschreiben sollte. Da die Optimaten von Florenz, 
mit Rinaldi degli Albizzi an ihrer Spitze, diesen Krieg befürwortet hatten, 
so benützte die Steuercommission das durch die Niederlage geschwächte An- 
sehen dieser Partei, um sie besonders mit Steuern zu belasten. Hierüber er- 
bittert, und aus Furcht, das kleine Volk (popolo minuto) möchte die Herr- 
schaft wieder an sich reissen, deren es seit 1381 verlustig war, besprachen 
sich die Führer der Albizzfschen Partei in der Kirche St. Stefano über die 
Mittel, sich der Herrschaft zu versichern. Sie wollten die Zahl der niederen 
Zünfte von 14 auf 7 herabdrücken, und dem Adel (Grandi) wieder mehr 
Macht geben. Doch hoffte man eine solche Verfassungs-Aenderung nur dann 
glücklich durchzuführen, wenn man Giovanni de Medici, den Führer der 
Volkspartei, gewonnen hätte. Dies gelang nicht, wodurch des Letzteren An- 
sehen beim Volke stieg. 1m Jahre 14.27 wurde denn auch durch Giovannfs 
Einfluss ein festes Steuergesetz beschlossen, wonach ein Jeder nach seinem 
beweglichen oder unbeweglichen Vermögen in der Weise besteuert werden 
sollte, dass er für roo Gulden einen halben Gulden zu entrichten hatte. So 
sehr sich die Optimaten dagegen straubten, so konnten sie es doch nicht
        

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