Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407116
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DAS L 
EN UONATELLOS: 
Ziehung und unterhielt sich mit ihm, ausser über Mathematik, 
besonders über Beider Lieblingsdichter, Dante. 
Seine mathematischen Studien scheinen also für Filippo 
die Uebergangsbrticke zur Kunst gebildet zu haben. Mit dem 
Studium der Mechanik und constructiver Probleme musste er 
von selbst auch auf die Architektur geführt werden, und zu- 
gleich mochte hier seine rein künstlerische Anlage erwachen. 
Sein Vater war vernünftig genug, als die Neigung seines Sohnes 
zur Kunst immer bestimmter hervortrat, ihn nicht seinen eigenen 
Beglücltungspläinen zu opfern, sondern ihn einem befreundeten 
Goldschmied in die Lehre zu geben. 
Bald bildete sich Filippo zu einem tüchtigen Zeichner 
aus; ferner lernte er mit besonderem Geschick Niello, Email, 
Arbeiten von getriebenem Blech, sowie das Schleifen und 
Einfassen von Edelsteinen. 
Auch sind, abgesehen von seinen Broncearbeiten, die wir 
später besprechen werden, noch zwei Arbeiten von ihm in San 
Jacopo zu Pistoja, an dem prachtvollen Silberaltar dieses Hei- 
ligen, erhalten. Es sind dies zwei Brustbilder von Propheten, 
von getriebenem Silberblech, wovon der eine gen Himmel 
schauend, der andere mit erhobener Hand und gesenktem Blick 
dargestellt ist. Brunellesco soll diese Arbeiten im Jahre 1409 
ausgeführt haben. Trotz des noch alterthümlichen Styls in der 
Gewandung sind sie doch so fein ausgeführt, als energisch im 
Charakter. 
Auch dem Donatello werden zwei kleine silberne Gewand- 
iiguren von Propheten zugeschrieben, welche an den beiden äusser- 
sten Ecken in der fünften Ordnung desselben Altares stehen. 
Auch hier ist die Behandlung des Gewandes noch alterthümlich, 
während die eigenthümliche stürmische Bewegung der Figuren 
es allerdings wahrscheinlich erscheinen lässt, dass sie wirklich 
Donatellds Werke seien. 
Ferner befand sich in der Kirche S. Verdiana zu Florenz 
ein Silberfutteral zur Aufbewahrung des Armes der Heiligen, 
welches gleichfalls dem Donatello zugeschrieben ward, jetzt aber 
nicht mehr vorhanden ist. Endlich befanden sich in der Sacristei 
des Domes von Siena mehrere heilige Geräthschaften von Silber 
und Gold, welche die Werke von verschiedenen sienesischen
        

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