Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407104
DAS LEBEN DONATELLOKS. 
Adimari, ein drittes beim Canto de" Ricci, eines bei S. Marco, 
am Ende der Via larga, links, wenn man vom Baptisterium 
des S. Giovanni kommt, wo auch Ser Brunellesco, sowie sein 
Grossvater und Urgrossvater gewohnt hatten. 
Sein Sohn Filippo endlich verbrachte sein Leben und 
starb in einem Hause, „das mit seiner Seitenfacade der 
Kirche S. Michele Berteldi gegenüberlag, an einer Doppelecke, 
wenn man die Piazza degli Agli passirt hat, indem man von Osten 
nach Westen geht, zur rechten Hand". Dieses Haus scheint er 
aus der Mitgift seiner Mutter ererbt zu haben. 
Filippds Mutter, Madonna Giuliana, Tochter des Giovanni 
di Guglielmo degli Spini, gehörte gleichfalls einer vornehmen 
Familie an. Ausser dem genannten Hause brachte sie ihrem 
Manne noch ein anderes, bei S. Michele degli Adimari, zur 
Mitgift und beschenkte ihn mit drei Söhnen, von denen Filippo 
schon frühe das meiste Talent kundgab. Desshalb war es ein 
natürlicher Wunsch des Vaters, ihn zum Staatsdienst zu er- 
ziehen und ihm damit die Chancen zugänglich zu machen, die 
seinem Sohne durch seine eigene glänzende Laufbahn nahe- 
gerückt waren. 
Er gab ihm demgemäss eine humanistische und gelehrte 
Erziehung, zu welcher sich Filippo auch in hohem Grade be- 
fähigt zeigte. Nicht nur erwarb er sich eine treffliche Kenntniss 
im Latein, sondern machte sich auch mit Dante's Dichtung so 
vertraut, dass er noch in späteren Jahren jede Stelle daraus 
frei hersagen konnte. Auch er selbst verlegte sich auf's Dichten, 
indem "er in seinen ernsteren sich wahrscheinlich Dante's Styl 
zum Muster nahm, in seinen satyrischen und polemischen jedoch 
die Manier des burlesken Satyrikers von damals, des Barbiers 
Burchiello, befolgte, der, ein Horentinischer Hans Sachs, in, 
uns allerdings fast unverständlichen, Wendungen, Einfällen und 
Bildern die Lächerlichkeitcn und Schwächen seiner Zeit und 
Mitbürger geisselte.  
Mit besonderem Eifer widmete sich der junge Brunellesco 
den mathematischen Fächern, besonders der Geometrie und 
Mechanik, worin er den berühmten Geometer undAstronomen 
Paolo dal Pozzo Toscanelli zum Lehrer hatte. Brunel- 
lesco blieb mit Letzterem stets in enger, freundschaftlicher Be-
        

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