Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1408754
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DAS LEBEN DONATELLUS. 
bornen Meister bewundern; denn ausserdem, dass er die Schwie- 
rigkeiten der Kunst durch die Fülle seiner Werke erleichterte, 
fügte er hiezu noch Erfindung, Zeichnung, Technik, Geschmack 
und alles Andere, was man von einem göttlichen Genie erwar- 
ten kann oder muss. Donato war sehr resolut und schnell, und 
führte alle seine Werke mit der grössten Leichtigkeit durch 
und arbeitete immer viel mehr als er versprach. 
Alle seine Arbeiten gingen an seinen Schüler Bertoldo 
über, besonders die Broncekanzeln von S. Lorenzo, welche von 
ihm hernach grösstentheils ausgearbeitet und zu jener Voll- 
endung gebracht wurden, in der sie heute in genannter Kirche 
zu sehen sind. I 
Ich will nicht verschweigen, dass der sehr gelehrte und 
verehrungswürdige Don Vincenzo Borghini, von dem schon 
oben bei einem andern Anlass gesprochen wurde, in einem 
grossen Buche unzählige Zeichnungen von ausgezeichneten 
Malern und Bildhauern, alten wie neuen, gesammelt hatte; auf 
zwei nebeneinander beHndlichen Blättern, auf denen Zeichnun- 
gen des Donato und des Michelangelo Buonarroti sind, hat er 
mit richtigem Urtheil in der Einrahmuiig folgende griechische 
Sprüche angebracht: 
Bei Donato 
"H Awvoiro; Bovoclöpwrigst, 
Bei Michelangelo 
QH Bovoippcßro; Amrum-Kai, 
was auf Lateinisch heisst: 
„Aut Donatus Bonarrotum exprilnit et refert, aut Bonarrottis 
Donatum" 
und in unserer Sprache: 
"Entweder wirkt Donatds Geist in Buonarroti, oder der Geist 
Buonarrotfs hatte schon einen Vorläufer in Donato."
        

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