Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1408749
DAS LEBEN DONATELLOS. 
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seiner Hand sind, sowie Thiere, die das Staunen des Beschauers 
erregen, und andere sehr schöne derartige Sachen. Sein Porträt 
wurde von Paolo Uccello verfertigt, wie in dessen Biographie 
gesagt wurde. 
Die Grabschriften lauten folgendermassexi: 
"Sculptura H. M. a Florentinis Hcri voluit Donatello, utpote 
homini, qui ei, quod jamdiu optimis artificibus, multisque sac- 
culis, tum nobilitatis tum nominis acquisitum fuerat, injuriavc 
temporum pcrdiderat ipsa, ipse unus, una vita, iniinitisqilc ope- 
ribus cumulatiss. restituerit et patriae benemerenti hujus resti- 
tutae virtutis palmam reportarit." 
„Excudit nerno spirantia mollius aera; 
Vcra cano; ccrnes marmora viva loqui. 
Graccorum sileat prisca admirabilis aetas 
Compedibus statuas continuissc Rhodon; 
Nectere namque magis fUCfHHt hacc vincula 
Totius egregias artißcis statuas." 
digna 
„Was ehrnals viele Meisterhäxmde thaten 
In der Sculptur, Donato that's allein; 
Er gab Bewegung und Gefühl dem Stein, 
Die Sprache fehlt, so Wär" Natur errathen!" 
Von seinen Werken blieb die Welt so voll, dass man mit 
voller Wahrheit behaupten kann, kein Künstler habe jemals 
mehr geschaffen als er. Da er nämlich an jederlei Ding Ver- 
gnügen fand, so legte er an alle möglichen Sachen Hand an, 
ohne zu berücksichtigen, 0b sie niedrig oder werthvoll seien. 
Und gleichwohl war eine so emsige Thätigkeit D0nato's in 
jeder Art von Freifiguren von halben, Hachen und Hachsten Re- 
liefs sehr nothwendig für die Sculptur; denn wie in den guten 
Zeiten der alten Griechen und Römer die Menge der Künstler 
die Vollkommenheit dieser Kunst herbeiführte, so bewirkte er 
allein durch die Menge seiner Werke, dass diese Kunst in un- 
serem Jahrhundert Wieder zu einer wunderbaren Vollendung 
gelangte. Desshalb müssen die Künstler die Grösse der Kunst 
mehr bei ihm als bei irgend einem andern in neuer Zeit ge-
        

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