Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1408714
I7O 
DAS LEBEN DONATELLOS. 
aber er ist unter der Kirche S. Lorenzo, weil oben keinerlei 
Begräbnisse sichtbar sind, ausser dem Epitaph des Grabes des 
Cosimo de Medici, das nichts destoweniger wie die anderen 
seine Oelfxiung unten hat. Man sagt, dass Simone, Bruder des 
Donato, als er das Modell des Grabmales für den Papst 
Martin V. ausgearbeitet hatte, nach Donato schickte, damit er 
dasselbe ansähe, bevor er es gösse; worauf Donato nach Rom 
ging und sich gerade dort einfand, als der Kaiser Sigismund 
dort war, um die Krone von Eugen lV. zu empfangen. Bei diesem 
Anlasse wurde Donato in Gemeinschaft mit Simone genöthigt, 
sich an der Herrichtung des ehrenvollen Festapparats zu be- 
theiligen, wobei er viel Ruhm und Ehre gewann. 
In der Garderobe des Herzogs Guidobaldi von Urbino be- 
findet sich von Donato's Hand ein sehr schöner Marmorkopf, 
und man glaubt, dass derselbe von Giuliano de Medici den 
Vorgängern des genannten Herzogs geschenkt worden sei, als 
sich Ersterer an jenem Hofe aufhielt, der voll von ausgezeich- 
neten Herren war. Kurz, Donato war so gross und so bewun- 
derungswürdig in jeder Handlung, dass man sagen kann, dass 
er an Praxis, an Einsicht und an Wissen Einer der Ersten ge- 
wesen sei, welche die Kunst der Sculptur und der guten Zeich- 
nung der Modernen hoben. Und umsomehr Hervorhebung ver- 
dient er, als zu seiner Zeit die antiken Kunstreste noch nicht 
wieder aus der Erde hervorgeholt waren, die Säulen, Pfeiler 
und Triumphbogen ausgenommen. Und er gab den mächtigsten 
Anlass, dass in Cosimo de Medici der Wunsch erwachte, die 
antikenKunstwerke, welche im Hause Medici da sind und da 
waren, nach Florenz zu scharfen, welche er alle mit eigener 
Hand restaurirte. 
Er war sehr freigebig, liebevoll und freundlich und gegen 
die Freunde besser als gegen sich selbst; nielegte er dem Geld 
Werth bei, indem er es in einem Kasten mit einem Seil an 
der Wand aufhängte, so dass jeder seiner Arbeiter und Freunde 
nehmen konnte, was er brauchte, ohne ihm etwas zu sagen. 
Er vollbrachte sein Alter sehr fröhlich, und als er dann hin- 
fällig wurde, wurde er von Cosimo und anderen Freunden unter- 
istützt, da er nicht mehr arbeiten konnte. Man sagt, dass, als 
Cosimo starb, er ihn seinem Sohn Piero empfahl, welcher, als
        

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