Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1408709
DAS LEBEN DONATELLUS. 
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Tafel, gleichfalls von Metall, die Kreuzigung. Ebenso ist im 
Hause der Erben des Jacopo Capponi, der ein vortrerllicher 
Bürger und wahrer Edelmann war, eine Tafel der Madonna 
von Marmor in Halbrelief, die als ein seltenes Werk angesehen 
wird. Auch M. Antonio de Nobili, der Schatzmeister Sr. Ex- 
cellenz war, hatte in seinem Hause eine Marmortafel von Dona- 
tel1o's Hand, auf welcher ein Brustbild der Madonna in Bas- 
relief so schön ausgeführt ist, dass genannter M. Antonio das 
Kunstwerk so hoch wie sein ganzes übriges Vermögen schätzte; 
der gleichen Ansicht war sein Sohn Giulio, ein Jüngling von 
ausserordentlicher Güte und Einsicht, ein Freund der tüchtigen 
und aller hervorragenden Männer. Im Hause des GiovanniBatt. 
d'Agnol Doni, eines Horentinischen Edelmannes, befindet sich 
ferner ein metallener Mercur von Donato's Hand, der, andert- 
halb Ellen hoch, eine Freistatuette ist und in einer gewissen 
bizarren Weise gekleidet erscheint; er ist ausserordentlich 
schön und nicht weniger merkwürdig als die anderen Sachen, 
die sein Haus schmücken. Bartolomeo Gondi, von dem im 
Leben Giotto's gesprochen wurde, hat eine Madonna in Halb- 
relief, die von Donato mit so grosser Liebe und Sorgfalt aus- 
geführt war, dass man nichts Besseres sehen, noch sich vor- 
stellen kann, wie anmuthig Donatello in der Anordnung des 
Haares, sowie in der Leichtigkeit des Gewandes, das sie um 
hat, scherzte. Ebenso besitzt M. Lelio Torelli, erster Auditor 
und Secretär des Herzogs, und nicht weniger Freund aller 
Wissenschaften, Verdienste und ehrsamen Beschäftigungen, als 
ausgezeichneter Rechtsgelehrter, eine Marmortafel der Madonna 
von der Hand des nämlichen Donatello. Wenn wir dessen Leben 
und Werke vollständig beschreiben wollten, so würde eine län- 
gere Erzählung zu Stande kommen, als wir sie bei diesen Bio- 
graphien unserer Künstler beabsichtigen. Denn nicht nur in 
grossen Dingen, wovon wir genug gesprochen, sondern auch in 
den kleinsten Dingen der Kunst bethätigte er sich, indem er 
sogar Familienwappen an die Kamine und Hausfacaden der 
Bürger machte, wie man deren ein sehr schönes am Hause der 
Somma's sehen kann, welches gegenüber dem Bäcker der Vacca 
liegt. Für die Familie Martelli machte er einen Kasten nach 
Art eines weidengeflochtenen Korbes, der als Grab dienen sollte;
        

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