Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1408649
DAS LEBEN DONATELLO'S. 
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einem Granitsäulchen mit einfacher Ordnung besteht, voller 
Anmuth und wohlgefällig für die Augen, und er war über 
dieses Werk so mit sich selbst zufrieden, dass er, was er sonst 
nicht zu thun pflegte, seinen Namen darunter setzte, wie man 
aus jenen Worten: „Donatelli opus" ersieht. Im Hofe des 
Palastes der genannten Signori befindet sich ein nackter David 
von ihm, welcher dem Goliath den Kopf abgeschlagen hat und 
den einen erhobenen Fuss darauf setzt, während er in der 
Rechten das Schwert hält. Diese Figur nähert sich der Natur 
so sehr in der Lebendigkeit und Weichheit, dass es den Künst- 
lern unmöglich erscheint, dass sie nicht nach dem Leben ab- 
geformt sei. Ehemals stand diese Statue im Hofe des Hauses 
Medici und wurde in Folge der Verbannung des Cosimo an 
den genannten Ort gebracht. Heutigen Tages liess der Herzog 
Cosimo einen Brunnen an der Stelle errichten, wo diese Statue stand, 
und liess diese desshalb fortschaffen; er bewahrt sie für einen 
andern Hof auf, welchen er in sehr grossem Massstab an der 
Hinterseite des Palastes anzulegen beabsichtigt, d. h. wo ehe- 
mals die Löwen standen. In dem Saal, wivo die Uhr des Lorenzo 
della Volpaja ist, an der linken Seite, befindet sich noch ein 
anderer David von sehr schönem Marmor, welcher zwischen 
den Beinen und unter den Füssen das entseelte Haupt des 
Goliath hat und in der Hand die Schleuder hält, mit der er 
ihn tödtete. Im Hause Medici im ersten Hofe sind acht Marmor- 
Medaillons, auf welchen antike Kameen und Kehrseiten von 
Medaillen abgebildet sind; einige Compositionen sind auch seine 
eigene Erfindung, und zwar sehr schön; diese Medaillons sind 
im Fries zwischen den Fenstern und dem Architrav über den 
Bögen der Loggia eingemauert. 
Von ihm rührt ferner die Restauration eines Marsyas 
in weissem, antikem Marmor her, der am Ausgang des Gartens 
steht, und über den Thüren befindet sich eine zahllose Menge 
antiker Köpfe, von ihm restaurirt und mit Ornamenten von 
Flügeln und Diamanten versehen (Abzeichen des Cosimo), die 
in Stuck sehr gut ausgeführt sind. Aus Granit stellte er ein 
sehr schönes Becken her, das Wasser spie, und im Garten der 
Pazzi ein ähnliches, das ebenfalls Wasser speit. In dem ange- 
führten Palast der Medici sind Madonnen von Marmor und 
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