Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1408384
DONATELLO 
ALS R1 
JST 
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ALER. 
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weit reicherem Masse in der Folge finden.  Untersuchen wir 
zunächst, welche Momente es waren, die ausser der allgemei- 
nen SOClillCH Strömung den realistischen Styl des Donatello in 
der Sculptur vorzugsweise unterstützten und ihm zum bleiben- 
den Siege und zu ausgedehntem EinHusse verhalfen. Diese be- 
gleitenden und befördernden Umstände haben wir im Gebiete 
der Kunst selbst zu suchen. 
Vor Allem _war von höchster Bedeutung für die wissen- 
schaftliche Befestigung des Donatelldschen Styls, zumal in den 
Reliefs, sowie in den durch Verkürzungen dem Standort ange- 
passten Statuen, die genaue Erforschung der Gesetze 
der Perspective, sowie die Erfindung der perspecti- 
vischen Zeichnung durch Brunellesco. Der Drang nach 
dieser Entdeckung lebte bereits in der Brust der Künstler; je 
näher die Gemälde der Schüler des Giotto und Orcagna dem 
Beginn der Renaissance stehen, desto mehr nähert sich die 
Darstellung der architektonischen Hintergründe und Scenerien 
auf deren Bildern einer richtigen perspectivischen Zeichnung. 
Aber Fehler bleiben immer noch genug übrig, und alle An- 
näherung an den Schein der Wahrheit beruht nur auf naivem 
Gefühl und lebhafter Anschauung. Brunellesco führte zuerst 
eine streng correcte, auf mathematischen Regeln beruhende 
Darstellung perspectivischer Verkürzungen in der Kunst ein. 
Theoretisch hatte Brunellesco die Gesetze der Perspective be- 
reits von seinem Lehrer Paolo Toscanelli mitgetheilt erhalten. 
Wie es aber der Vorzug eines begabten Menschen ist, alle 
Kenntnisse, die er sich, auch zufällig, aneignet, seinem einen 
Hauptzweck, seinem Beruf dienstbar zu machen, und er durch 
glückliche Conibination seiner engeren Fachkenntnisse mit all- 
gemeineren ganz neue unbekannte Resultate in seinem Fache 
zu erreichen weiss, so gelang es auch Brunellesco, seine Kennt- 
nisse der Perspective für die darstellende Zeichnung zu" ver- 
werthen , und dadurch der Kunst mit einemmal einen festen, 
wissenschaftlichen Boden zu geben, der erst das Talent be- 
fiihigte, zu reinen, classischen, weil naturgetreuen und correcten 
Darstellungen zu gelangen. 
Die erste perspectivische Aufnahme, welche Brunellesco 
ilLlSlÜhfIC, stellte das [Baptisterium nebst den aHSTOSSßUdCH
        

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