Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1408307
STATUEN DES 
DONATELLO 
AM CAMPANILE. 
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auch hier in Donatellds Weise gehalten, ebenso die Art der 
Bewegung. Doch bei näherer Prüfung gewahrt man, dass der 
Geist und das Leben des Lehrers fehle. Die Gewandrnotive 
sind etwas flau und entbehren der durchgreifenden grossen 
Linien. Der Kopf erinnert gleichfalls an Donatellds Auffassung, 
doch fehlt ihm der bestimmte, energische und individuelle 
Ausdruck. 
Ausser dieser Statue vollendete er 1421 noch eine andere, von 
Bernardo di Piero Ciuffagni begonnene für die Domfagade, 
welche sich jedoch nicht mehr nachweisen lässt. Ebensowenig 
wissen wir, was aus dem Wasserspeier geworden ist, den er 
im folgenden Jahre aus Marmor bildete und der -einen Knaben 
darstellte, welcher eine Schlange drückt. 
Im März 1423 endlich brach er noch einen grossen Mar- 
morblock in Carrara für eine Statue, die er aber nicht mehr 
selbst ausführte, sondern die im Februar 1424 an Bernardo di 
Piero Ciuffagni übertragen wird, weil Rosso mittlerweile nach 
Volterra gegangen war und von dort wegen einer grösseren 
Arbeit trotz wiederholter Aufforderungen sich nicht hatte los- 
reissen wollen. Sein Bruder empfing für ihn die Vergütigung 
für den angekauften Marmorblock und die begonnene Arbeit. 
Endlich ist das Portal der Kirche S. Niccolo in Tolentino vom 
Jahre 1431 wahrscheinlich sein Werk, indem eine Inschrift daran 
besagt, dass „.loannes Rubens" (Rosso) von Florenz es herge- 
stellt habe.  Auch das Mausoleum der Brenzoni in S. Fermo 
maggiore zu Verona wird ihm zugeschriebenßls 
Wir wollen zum Schluss dieses Capitels noch zwei Statuen 
des Donatello besprechen, die er für die Facade des Domes 
herstellte, und von denen die eine sich im Charakter mehr 
seinen feurigen Jünglingsgestalten eines S. Georg, David u. s. w., 
die andere seinen markig-charaktervollen Greisenfiguren eines 
Zuccone anschliesst. 
Es sind dies die marmornen Standbilder des Gianozzo 
Manetti und des PoggioBracciolini. Nebenbei oder vielmehr 
ofliciell sollen sie allerdings Propheten bedeuten.  Also auch 
hier haben wir dasselbe geistreiche Verfahren Donatellds, zur 
Darstellung von Propheten, die sich durch Geist und Begeiste- 
rung hervorgethan, und sei sie auch religiösen Inhaltsgewesen, 
(Qucllcnschriftcn f. Kunstgesch. IX. 9
        

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