Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407035
DAS LEBEN DONATELI,O'S. 
Kurz nachher, am 11. Juli desselben Jahres, ward Donatellds 
Vater, vielleicht aus Rache der Freunde des erschlagenen Matteo, 
abermals eines politischen Verbrechens angeklagt und hätte da- 
bei beinahe sein Leben auf eine schimpfiiche Weise verloren. 
Als nämlich Carl von Durazzo gegen Johanna von Neapel zu 
Felde zog, rückte er, auf das Anstiften der Horentinischen Ver- 
bannten hin, auch in Toscana ein, wo er Arezzo besetzte 
und auch Florenz genommen hätte, wenn ihm nicht der eng- 
lische Bandenführer John Hawkwood so lange in der Nähe 
der Stadt Widerstand geleistet hätte, bis er sich mit einem Löse- 
geld von 400.000 Goldgulden zufrieden gab. Donatellds Vater 
sollte bei diesem Anlasse von Florenz geflohen, in das Lager 
der Feinde gegangen sein und ihnen als Führer gedient haben. 
Er wurde in Folge dieser Anklage dazu verurtheilt, am Schweife 
eines Esels zum Richtplatze geschleift und dort enthauptet zu 
werden; seine Häuser und Besitzungen sollten zerstört, seine 
Kinder und Nachkommen für ewige Zeiten als Rebellen ange- 
sehen werden. Am 26. November desselben Jahres (1380) wurde 
Jedoch Niccolo's Process einer neuen Prüfung unterworfen; 
diesmal erklärte man ihn für unschuldig und verordnete, dass 
sein Name zu seiner Rechtfertigung und Ehrenrettung mit gol- 
denen Buchstaben in ein Buch eingetragen würde. 
Es geht aus diesen Nachrichten hervor: erstens, dass Dona- 
tello's Vater nach seinem Todtschlage nicht lange in Lucca blieb, 
sondern unvorsichtigerweise bald nach Florenz zurückkehrte; ferner, 
dass er ziemlich wohlhabend sein musste und mehrere Kinder hatte. 
Wir wissen nicht, wie lange er diese fatalen Erfahrungen 
überlebte, die ihm jedenfalls nicht ganz gleichgiltig bleiben 
konnten; nur so viel ist sicher, dass er im Jahre 1415 nicht 
mehr zu den Lebenden gehörte. 2 
Von Donatellds Mutter, Orsa, wissen wir nur so viel, 
dass sie zwischen den Jahren 1427 und 1433 als Achtzigerin 
gestorben sein muss, und dass bis dahin Donatello, so oft 
er wenigstens in Florenz war, mit ihr zusammenlebte und ge- 
treulich für sie sorgte. 3 
Von den Geschwistern des Donatello lässt sich blos eine 
Schwester desselben, Tita, ganz bestimmt urkundlich nach- 
weisen. Im Jahre 1427 erwähnt er ihrer als einer fünfundvierzig-
        

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