Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1408229
STATUEN DES DONATELLO AM CAMPANILE. 
IZI 
d'Antoni0 di Ghuccio an einem Marmorriesen, der an die Stelle des 
einen der Riesen Douatellds treten sollte. Agostino aber verhieb 
sich und liess den Block liegen, bis 1506 Michelangelo seinen David 
daraus herstellte, den man vor den Regierungspalast stellteJoß 
In der Renaissance war es beliebte Sitte, Statuen als 
Thürhüter neben die Portale zu stellen. Allerdings ist dieses 
Motiv schon viel älter und stammt aus der Urzeit der Kunst. 
Die Löwen, Sphinxe, bewaffneten Männer, durch welche im 
Alterthume die Zugänge der Paläste, Tempel, ja ganzer Städte 
iiankirt wurden, drückten symbolisch den Schutz gegen feind- 
liche Mächte aus. Wir erinnern an die Sphinx-Allee bei Theben, 
an die Löwen über dem Löwenthore von Mykene, an die 
Riesenköpfe von dem noch erhaltenen Etrusker-Thore bei Vol- 
terra, endlich an die silbernen, fackelhaltenden Jünglinge vor 
dem Phäakenpalast in der Odyssee. Im Mittelalter übernahmen 
gleichfalls UngethürnegLöwen und Tiger, den Schutz der 
Kirche, an deren Facade sie angebracht wurden. Später, als 
man ihre ursprüngliche Bedeutung vergass, Wurden Wasser- 
speier daraus. In der Renaissancezeit, wo die menschliche Figur 
wieder zu vollen, künstlerischen Ehren gelangt, erhält sie auch 
ihre Stelle wieder als Thürhüter. Die Riesen, Davide etc. vor 
den Portalen der Renaissance bedeuten in kirchlicher Beziehung 
Schutz vor Gottlosigkeit, in politischer Schutz der republika- 
nischen Freiheit gegen Tyrannei und Umsturz oder auch der 
Tyrannen gegen Empörung. 
Donatellds Riesenfiguren mochten das Muster für ähnliche 
Figuren des 16. und 17. Jahrhunderts gewesen sein; von den 
Riesen des Gianbologna in der Petraja bei Florenz und denen 
des Ammanati im Giardino Ruccellai. 
STATUEN 
DES 
DONATELLO 
AM 
CAMPANILE. 
Wir haben im vorletzten Capitel eine Statue des Donatello 
am Dorncampanile wegen ihrer Verwandtschaft mit einigen 
anderen Statuen desselben Künstlers einzeln herausgehoben; es 
bleibt uns jetzt als nächste Aufgabe übrig, die anderen Statuen 
zu besprechen, welche Donatello zu derselben Zeit bis 1422 
für den Glockenthurm herstellte.
        

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