Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1408162
"SETZUNG D! 
ES DOMBAUES. 
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hiefür verschiedene andere Gehilfen neben Brunellesco honorirt 
wurden und dasselbe aus Holz ausgeführt warf" 
Am 27. März 14.20 wurde endlich eine Versammlung von 
Künstlern jedes Faches und aus der ganzen Christenheit zu- 
sammenberufen, um unter dem Beisein der angesehensten 
Männer der Stadt und vier Vorsitzender darüber zu berathen, 
welches von den vielen vorgeschlagenen Kuppelsystenaen aus- 
führbar sei und ausgeführt werden solle. 
Sie hörten einen Künstler nach dem andern an, wobei die 
abenteuerlichsten Vorschläge gemacht wurden. Der Eine schlug 
vor, die Kuppel halbrund zu bauen, der Andere, sie durch einen 
Pfeiler in der Mitte zu stützen und ihr die Form eines Zelt- 
daches zu geben, der Dritte, statt der Gerüste den Chor mit 
Erde auszufüllen und darauf die Kuppel zu errichten. Brunel- 
lesco wies die Unausführbarkeit aller dieser Vorschläge nach 
und erklärte, die einzige Möglichkeit, eine Kuppel von so weitem 
Durchmesser zu spannen, sei die, dass man eine doppelte, 
innere und äussere, Schale baue, welche durch Querstangen zu 
verbinden seien, dass sie spitzbogig zulaufen müsse, damit die 
Druckfläche für die Laterne verringert werde, sowie dass sie 
ohne Gerüste zu errichten sei. 
Dies Alles waren für die Versammlung, sowie in der That 
in der ganzen Geschichte der Kunst so unerhört neue, seltsame 
und kühne Vorschläge, dass sämmtliche Zuhörer Brunellesco 
für verrückt hielten; und als er, um sie von der Wahrheit 
seiner Erklärungen zu überzeugen, immer wärmer und heredter 
wurde, liess man ihn mit Gewalt aus der Versammlung ent- 
fernen. 
Da in Florenz schon damals, wie Vasari bemerkt, Jeder- 
mann die löbliche Tugend hatte, Alles verstehen zu wollen, so 
trat fast die ganze Bevölkerung der Ansicht der Jury bei, 
Brunellesco für verrückt zu halten, und er gestand später, er 
habe sich damals geschämt, sich auf der Strasse zu zeigen, da 
man mit Fingern auf ihn wies. Er dachte schon daran, Florenz 
zu verlassen, beschloss aber, durch Geduld zu siegen, und 
Wusste privatim mehrere der Operai für sich zu gewinnen. In 
einer neuen Versammlung, wo auch die Anekdote mit dem Ei, 
die dem Columbus ebenfalls zugeschrieben ward, vorgekommen 
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